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Kein Platz für BR-Alpha

Thomas Gruber kämpft. Der Intendant des Bayerischen Rundfunks (BR) will seinen TV-Bildungskanal BR-Alpha auf jeden Fall erhalten.

"Da würde das falsche Opfer verlangt", sagte er der Wochenzeitung "Die Zeit" als Reaktion auf Aussagen von Bayerns Staatsminister Erwin Huber. Der CSU-Politiker hatte vorgeschlagen, dass jede ARD-Anstalt nur noch einen Sender betreiben solle, um die Kosten zu drücken. Das wäre das Ende von BR-Alpha.

Dass sich Gruber dagegen wehrt, ist verständlich. Kein Intendant gibt gerne einen Sender auf. Nur: Warum sollte es ARD-Anstalten auf Dauer besser gehen als der privaten Medienindustrie? Warum dürfen sich die öffentlich- rechtlichen Funkhäuser Prestigeprojekte wie BR-Alpha leisten in einer Zeit, in der im Rest der Branche radikal gespart werden muss? Es gibt kein privates deutsches Medienunternehmen, das während der Wirtschaftskrise der vergangenen drei Jahre um mehr oder weniger schmerzhafte Einschnitte herumgekommen ist.

Dabei ist der Bildungskanal BR-Alpha sicher nicht der einzige Sender in der ARD, dessen Fortbestehen geprüft werden muss. Der Kinderkanal und der Dokumentationssender Phoenix sind angesichts der knappen Kassen ebenso schwer zu rechtfertigen. Im Zuge der Diskussion um die Erhöhung der Fernsehgebühren haben die Politiker es jetzt in der Hand, die öffentlich-rechtlichen Anstalten auf ein vernünftiges Maß zurechtzustutzen. Sie dürfen sich diese Chance nicht entgehen lassen.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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