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Kennen Sie das Internet, Frau Schmidt?

Ärzte und Pflegepersonal drohen aus Protest gegen die rot-grüne Sparpolitik mit "Dienst nach Vorschrift". Die zuständige Ministerin weist den Aufstand platt als "Panikmache" zurück. Die Misere im Gesundheitswesen hat den Höhepunkt der Phantasielosigkeit erreicht.

Dabei gäbe es andere Wege, die ausufernden Kosten im Gesundheitswesen zu senken, als mit planwirtschaftlichen Notgesetzen die größten Löcher unzureichend zu stopfen. Mit dem umfassenden Einsatz moderner Informationstechnologie ließe sich das chronisch unwirtschaftliche Gesundheitswesen gründlich sanieren und gleichzeitig die Volksgesundheit verbessern.

Die Aldi-Pille aus dem Internet ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die bisher in Deutschland nicht genutzt werden. Allein durch die Einführung einer digitalen Gesundheitskarte und elektronischer Rezepte ließen sich nach Schätzungen von IBM mehr als zwei Milliarden Euro pro Jahr einsparen - das entspricht ungefähr dem Volumen des aktuell umstrittenen Sparpakets.

Sehr viel höher noch ist das Sparpotenzial durch die Internet-basierte Patientenakte, ganz zu schweigen von der Digitalisierung bisher manueller Dokumentations- und Verwaltungsvorgänge oder der einheitlichen elektronischen Anbindung von Ärzten, Krankenhäusern und Kassen. Doch Kostendrücken alleine ist zu wenig, durch professionelles E-Marketing könnten Ärzte und Krankenhäuser auch ihre Einnahmen steigern.

Kennt Gesundheitsministerin Schmidt Informationstechnologie und Internet? Deren Heilkräfte gehörten jedenfalls ganz oben auf ihre Agenda - statt des rituellen Lobbyisten-Prügelns. Und sie wären auch ein guter Anlass, um die Internet-Initiative D 21 wieder zu beleben.

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