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Kley greift die IG Metall an

Max Dietrich Kley versucht, seine Aufsichtsräte besser in den Griff zu bekommen. Am Mittwoch wurde bekannt, dass der Interims-Chef von Infineon einem seiner Kontrolleure mit einem Amtsenthebungsverfahren und Schadensersatzforderungen droht.

Kley, der selbst dem Aufsichtsrat vorsteht, warf Dieter Scheitor vor, nach dem überraschenden Rauswurf von Vorstandschef Ulrich Schumacher gegen die Schweigepflicht verstoßen zu haben. Scheitor sitzt für die IG Metall im Infineon-Aufsichtrsat und war unmittelbar nach dem Abgang Schumachers vor vier Wochen das einzige Aufsichtsratsmitglied, das sich öffentlich zu den Hintergründen geäußert hat. Dass sich Kley über manche Aussage des Funktionärs geärgert haben muss, liegt auf der Hand.

Doch Schuld daran, dass Scheitor in den Medien überhaupt so große Beachtung fand, waren Kley und Infineon selbst. Denn in den ersten Tagen nach Schumachers Abgang hat die Firma gemauert. Infineon sprach lediglich von "persönlichen Gründen" für Schumachers Ausscheiden. Kley hielt sich tagelang bedeckt ehe er sich äußerte - und das auch nur auf schriftliche Fragen. Persönlich vor die Presse ging er erst vorige Woche. Mit einer offeneren Kommunikationsarbeit hätte Kley das Heft leicht selbst in die Hand nehmen können. So hatte die Gewerkschaft die Nase vorn.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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