NAVIGATOR
Kolumne: Das letzte Hemd für den Kanzler

Erst gab es die Schröder-Witze, dann kam der Steuersong "Gewählt ist gewählt" vom Stimmenimitator Elmar Brandt. Inzwischen ergießt sich im Internet eine Welle von Hohn und Spott über Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Ein Foto, das ihn bei einem Interview neben dem einen Kopf größeren ARD-Mann Ulrich Deppendorf auf einer Kiste stehend zeigt, macht mit der Betreffzeile "Lügen haben kurze Beine" die Runde. Eine Mitteilung über eine Gehaltserhöhung ist mit dem Konterfei eines grinsenden Schröder und der Zeile "Ätsch, verarscht" verziert. Und seit dem Wochenende macht eine Ketten-E-Mail Furore, die die Empfänger dazu auffordert, dem Kanzler doch bitte das sprichwörtliche letzte Hemd nach Berlin zu schicken.

Die Deutschen entdecken das Internet, um ihrer Enttäuschung und Wut über die rot-grüne Regierung Luft zu verschaffen. Der Initiator der Aktion "Das letzte Hemd", der sich schon über 1 000 verschickte Hemden freut, bringt es auf den Punkt: "Es ist einfach unglaublich, dass man soviel bewegen kann, indem man einfach eine Mail an seinen privaten Verteiler schickt."

Daraus könnte gar eine neue politische Protestform entstehen. Wenn bald zehntausende von Hemden die Poststelle des Kanzleramtes überfluten, dann hat das - begleitet von dem entsprechenden Medienwirbel - die selbe Wirkung wie "Bild, BamS und Glotze", Schöders beliebteste Politik-Instrumente, wie er selbst einmal gesagt hat. Die Mediengesellschaft schlägt den Medienkanzler jetzt mit seinen eigenen Waffen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%