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Kommentar: Novell-Management muss Größe beweisen

Die Freude ist groß unter den Akquisitionspartnern des jüngsten Linux-Deals, der am Dienstag die IT-Welt überraschte. So steht es zumindest in den offiziellen Verlautbarungen von Novell und der Suse Linux AG aus Nürnberg.

ruk MÜNCHEN. Durch die Übernahme der renommierten Nummer Zwei der Anbieter von bezahlter Linux-Software steigt Novell zum ernsthaften Player im Lager der Open Software Plattform auf. Das hat der im US-Bundesstaat Utah ansässige ehemalige Pionier für Netzwerk-Betriebsysteme auch dringend nötig.

Trotz eines hohen Marktanteiles des Netware-Systems in den Tagen, als die Computer frisch vernetzt wurden, ist nicht viel geblieben von dem bei vielen IT-Techniken beliebten, zuverlässigen Betriebssystem. Die wachsende Macht von Microsoft und zahlreichen Fehler eines häufig wechselnden Managements haben Novell ernsthaft gefährdet.

Nun soll der Suse-Deal dem verblassten Star zu neuem Glanz verhelfen. Technisch sind dafür alle Voraussetzungen geben. Aus der ehemals starken Verbreitung von Netware und dem daraus verbliebenen Verzeichnissen und Netzwerkdiensten lässt sich im Verbund mit der angesehenen Linux-Software von Suse ein überzeugendes Angebot für den derzeit rasch wachsenden Markt von Linux-Software schmieden. Dies gilt vor allem, weil beide finanziell angeschlagenen Softwarehäuser die mächtige IBM als Förderer und Beschützer im Hintergrund haben.

Doch es gibt genug Fragezeichen, die bereits den mittelfristigen Erfolg der neuen Linux-Schmiede gefährden könnten. So muss das heutige Novell-Management beweisen, dass das Softwarehaus aus Provo diesmal nicht wieder alles versiebt, wie schon zweimal in seiner Geschichte geschehen. In der Vergangenheit gingen sowohl die Übernahme von Digital Research (Betriebssystem CP/M und DOS) wie die von Wordperfect (Bürosoftware) völlig schief. Das rasche Verschwinden der Programme war die Folge.

Eine solche Entwicklung wäre für die deutsche Software Suse verheerend, viele Linux-Projekte mit der öffentlichen Verwaltung wären gefährdet. Zudem passt auch die Politik des im Hintergrund noch immer wirkenden Novell-Gründers Ray Norda nicht ins Konzept. Norda-Freund und Mormonen-Glaubensbruder David McBride, Chef von SCO/Caldera liegt mit IBM in einem heftigen Rechtstreit um die Nutzung Unix-Teilen in Linux.

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