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Letzte Chance fürs Digitalradio

Der bayerische Oberste Rechnungshof hat sein Urteil gefällt: "Die Förderung zur Einführung des Digitalradios ist baldmöglichst einzustellen," heißt es in einem Bericht der Behörde.

Anlass für die Empfehlung: Obwohl die Technologie in den vergangenen 15 Jahren mit mehr als 200 Mill. Euro aus öffentlichen Kassen unterstützt wurde, sind bis jetzt in Deutschland nur 15 000 Digitalradios verkauft worden. Einige Privatradio-Stationen, öffentlich-rechtliche Sender und Landesmedienanstalten haben das Digitalradio schon abgeschrieben. Nicht jedoch der streitlustige Chef der bayerischen Landesmedienanstalt Wolf-Dieter Ring: "Wir reden hier eine wegweisende neue Technologie in typisch deutscher Manier schlecht."

Am Mittwoch will der Medienexperte in der Konferenz der Direktoren der Landesmedienanstalten wieder fürs Digitalradio kämpfen. Ring braucht viel Überzeugungskraft. Denn weitere staatliche Mittel sind nur dann zu rechtfertigen, wenn sich die Deutschen endlich fürs Digitalradio begeistern. "Die Kunden sehen die Vorteile bislang nicht", heißt es beim Unterhaltungsgeräte-Hersteller Grundig. Genau darin liegt der Knackpunkt: Wenn Ring dem Digitalradio zum Durchbruch verhelfen will, muss er schnell dafür sorgen, dass das anders wird. Denn in Zeiten der Krise sind auch Zukunftstechnologien nur dann zu halten, wenn sie sich lohnen.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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