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Medien im Schatten

Die Printmedien sind an ihrer Krise zum Teil selber schuld: Sie haben ihr Publikum lange in dem Glauben bestärkt, gründlich recherchierte und professionell verarbeitete Information sei zum Nulltarif zu haben. Als Staatsbürger habe man gleichsam ein Anrecht darauf.

Dabei haben sie jahrzehntelang über alles, nur nicht über sich berichtet. Viele Verlagsmanager und Chefredakteure begreifen offenbar noch immer nicht, dass Journalismus und Medien als Themen genauso interessant sein können wie Politik und Wirtschaft. Nach kurzer Blütephase haben sie den Medienjournalismus wieder dezimiert, Medienressorts ausgedünnt oder geschlossen.

Das ist womöglich ein kapitaler Fehler. Die Verantwortlichen sägen an dem Ast, auf dem sie sitzen. Denn sie berauben sich der Chance, mit einer breiteren Öffentlichkeit glaubwürdig übers eigene Metier zu kommunizieren. Wo derlei Aufklärung unterbleibt, warnte schon vor Jahren der Züricher Fachkollege Ulrich Saxer, hat das Publikum kaum eine Chance, eigene Qualitätskriterien zu entwickeln.

Zugespitzt: Vielleicht greifen ja auch deshalb so viele junge Leute zur Gratiszeitung, weil ihnen niemand beigebracht hat, worin der Mehrwert einer Qualitätszeitung bestehen könnte und weshalb es sich lohnt, lieber für eine Zeitung als für eine Tasse Kaffee einen Euro zu berappen.

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