Navigator
Mehr als ein übler Scherz

Der Spuk ist vorbei. Die Münchener Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Bilanzfälschung gegen FJH eingestellt.

Der Hersteller von Versicherungssoftware war im November Opfer einer anonymen Anzeige geworden, die ihn des Betruges bezichtigte. Nach Berichten, die den Vorwurf aufgriffen, brach der Aktienkurs ein. Doch Vorstandschef Manfred Feilmeier wehrte sich gegen den Angriff aus dem Hinterhalt: offensiv, wie in einem ähnlichen Fall zuvor der Autovermieter Sixt. FJH konterte am gleichen Tag mit einer Mitteilung, dann mit der Offenlegung der fraglichen Bilanzpositionen und mit einem entlastenden Gutachten des Wirtschaftsprüfers KPMG. Das Geld dafür war gut angelegt. Auch die Untersuchungen der Finanzaufsicht brachten kein Ergebnis - die Staatsanwaltschaft stellte den Fall ein.

Jetzt kann FJH versuchen, den anonymen Anzeiger aufzuspüren. Auf den Tatbestand der "falschen Verdächtigung" stehen bis zu fünf Jahre Haft. Schön, wenn der Übeltäter - ob nun Scherzbold oder krimineller Zocker - geschnappt würde. Sonst macht das Beispiel noch Schule, Firmen aus Spaß anzuschwärzen oder Kurse zu manipulieren. Milde ist fehl am Platz.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%