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Monopole auf Ideen

Sie mögen Mozarts Sinfonien? Da haben Sie Glück, dass Mitte des 18. Jahrhunderts noch niemand darauf gekommen ist, Ideen zu monopolisieren.

Sonst hätte Joseph Haydn ein Musikstück aus vier Sätzen mit Gesang und Melodie" patentieren können. Die Folge: Haydn hätte für jede von Mozarts 41 Sinfonien Lizenzzahlungen in beliebiger Höhe verlangen können.

Was absurd klingt, ist in einem ganz anderen Umfeld Realität: Eolas Technologies verfügt über ein Patent zum Einbetten interaktiver Inhalte in Webseiten - um beispielsweise Filme zu starten. Das Patent sieht Eolas seit 1999 durch Microsoft verletzt und streitet in den USA um Schadensersatz in Höhe von 521 Mill. $. Im Erfolgsfall wäre jeder Browserentwickler mit interaktiven Leistungsmerkmalen den Lizenzforderungen schutzlos ausgeliefert.

Trotz solcher Absurditäten will auch die Europäische Kommission Softwarepatente einführen - ohne Rücksicht auf die Zerstörung neuer Märkte. Zum Beispiel das Telefonieren übers Internet: Die dafür nötige Technik besteht aus 880 - patentierten - Ideen. Wird nur eine per Gesetz monopolisiert, droht dem ganzen System der Absturz - und Europa verlöre einen Wachstumsmarkt, dem Experten zutrauen, sich bis 2007 zu vervierfachen. Die Europäische Union will bis 2010 zur "wettbewerbsfähigsten wissensbasierten Region" werden. Softwarepatente werden uns diesem Ziel nicht näher bringen. Dafür brauchen wir Innovationen.

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