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Neue Unruhe bei Infineon

Infineon-Aktionäre brauchen Nerven wie Stahlseile. Erst mussten sie drei Jahre in Folge horrende Verluste schlucken, dann wurde der Vorstandschef von einem Tag auf den anderen vor die Tür gesetzt.

Und jetzt denkt das Unternehmen auch noch darüber nach, sich von der Speicherchip- Sparte zu trennen, die 40 % des Umsatzes erwirtschaftet.

Zugegeben, solche Pläne hat es in den letzten Jahren immer wieder gegeben. Auch der Ende März geschasste Vorstandsvorsitzende Ulrich Schumacher hatte vor einigen Jahren eine Trennung vom Speicherchip-Geschäft ins Gespräch gebracht, diese dann aber wieder verworfen. Jetzt sieht es aber so aus, als könnte sich Infineon zumindest teilweise aus dem risikoreichen Geschäft zurückziehen. Der Amtsantritt des neuen Chefs Wolfgang Ziebart, der spätestens im September beginnt, wäre ein guter Zeitpunkt für diese Zäsur.

Dass Infineon das Speichergeschäft ganz aufgibt, ist allerdings unwahrscheinlich. Denn warum sollte der Konzern sonst, wie vor kurzem angekündigt, noch 1 Milliarde Dollar in sein Speicherwerk in den USA investieren? Viel wahrscheinlicher ist, dass die Münchener nur Anteile abgeben. Dies könnte über einen Börsengang erfolgen oder durch einen Verkauf an einen Investor. In jedem Fall hätte Infineon dann die Möglichkeit, mit den Einnahmen das restliche Geschäft in der Autoelektronik, im Mobilfunk und in der Festnetz-Telefonie zu stärken.

Ob es so weit kommt ist offen, eine Entscheidung ist nicht gefallen. Momentan steht nur eins fest: Der Konzern kommt nicht zur Ruhe. Die Nerven der Aktionäre werden weiter strapaziert.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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