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Prall gefüllte Körbe

Es geht um sehr viel Geld. Wenn am Dienstag in München - nur Tage nach dem Inkrafttreten des neuen Urheberrechts - die Verhandlungen zum so genannten "Zweiten Korb" im Urheberrecht beginnen, gibt es eine Menge zu verteilen. Der Kampf wird hart.

Die digitale Welt hat nicht nur die Mediennutzung, sondern auch die-abrechnung auf den Kopf gestellt. Statt Pauschalabgaben geht der Trend hin zu Einzelabrechnung.

Hier prallen zwei Welten aufeinander. Einmal die alte der ungeschützten Inhalte, die pauschal über Geräte- und Leerkassettenabgaben abgegolten werden. Auf der anderen Seite die neue, bei der der Kunde direkt zur Kasse gebeten wird. Mit etwas Pech auch zwei- oder dreimal, wenn er den Inhalt explizit bezahlt und pauschal auch noch mal über Abgaben für den DVD-Brenner und die leere DVD.

Jetzt will die Urheberfraktion auch endlich die Urheberrechtsabgabe auf komplette PCs. Die Summe der pauschalen Urheberrechtsabgaben auf digitale Medien und Geräte könnte bis 2006 in Deutschland von jetzt rund 100 Mill. Euro auf 747 Mill. Euro anwachsen, warnt der Branchenverband Business Software Alliance. Zumindest, wenn alle Forderungen im zweiten Korb umgesetzt werden. Dazu kämen die Einzelabrechnungen, etwa für digital gekaufte Musik, die auf die - bereits mit Abgaben versehene - CD gebrannt werden soll. Die beste aller Welten für Rechteeinhaber, zweifellos. Aber eine Bürde für die Gesamtwirtschaft. Es wird schwer werden, den neuen Korb gerecht zu füllen.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
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