NAVIGATOR
Reiner Tisch bei der Telekom?

Nach dem Ende der Sommer-Zeit hat die Deutschen Telekom versprochen, mit der Bilanzierung des Jahres 2002 schonungslos Altlasten zu beseitigen. Tatsächlich weist sie 24,6 Mrd. Euro Verlust aus.

Davon stammen knapp 21 Mrd. Euro aus Sonderabschreibungen auf Mobilfunkgeschäfte in den USA, Großbritannien und den Niederlanden. Die Telekom ist zu Recht zu der Überzeugung gelangt, dass sie dort Preise für Unternehmen oder UMTS-Lizenzen gezahlt hat, die sich nie wieder einspielen lassen.

Außerplanmäßige Abschreibungen für die deutsche UMTS-Lizenz sucht man in der Bilanz aber vergeblich. Das ist schwer nachvollziehbar. Seit die Telekom im August 2000 mit dem höchsten Gesamtgebot aller Auktionsteilnehmer für 8,54 Mrd. Euro eine UMTS-Lizenz für Deutschland ersteigerte, musste so manche Einschätzung über die Perspektiven mobiler Datendienste in Netzen der dritten Generation revidiert werden. In den Euphoriezeiten wurden Geschäftspläne mit 50 und mehr Euro Monatsumsatz pro UMTS-Kunde und einer raschen Marktentstehung ab Anfang 2003 gerechnet. Inzwischen ist bestenfalls noch ein monatlicher Durchschnittsumsatz von 35 Euro zu erwarten. Außerdem wird es noch mindestens drei bis fünf Jahre dauern, bis ein UMTS-Massenmarkt entsteht. Die Konsequenz: Auch die deutsche UMTS-Lizenz hat "außerplanmäßig" zwischen vier und sechs Mrd. Euro an Wert verloren.

Wenn man reinen Tisch machen will, dann sollte sich das auch in einer vorsichtigen Bilanzpolitik niederschlagen. So ernst war es der Telekom mit der vollständigen Altlastenbeseitigung dann wohl doch nicht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%