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Rot oder dunkelrot

Jeder Cent zählt. Das gilt in diesen harten Zeiten für alle Unternehmen. Die Hersteller von Speicherchips - so genannten Drams - schauen allerdings ganz besonders aufs Geld.

Denn jeder noch so geringe Preisanstieg, den Infineon & Co für ihre Halbleiter durchsetzen können, verringert die Milliarden-Verluste. Zum Wochenschluss hätte die Branche, die sich derzeit in ihrer schwersten Branchenkrise befindet, deshalb fast die Piccolos aus den Kühlschränken geholt, als die Preise für die gängigsten Drams auf dem Markt für kurzfristige Lieferungen um mehr als zwei Prozent anzogen. Dass dies der stärkste Sprung seit Wochen war, zeigt, wie schlecht es um die einstige Wachstums- und Vorzeigeindustrie bestellt ist.

Weil die weiteren Aussichten für die Branche aber nach wie vor alles andere als rosig sind, ließen die Chipmanager die Sektfläschchen lieber weiter gut gekühlt in den Eisfächern liegen. Der Grund für die Zurückhaltung: Auch in besseren Zeiten ist das derzeit laufende zweite Quartal schwach ausgefallen. Branchenexperten erwarten deshalb nicht, dass die Preise in nächster Zeit stark anziehen werden. Daher gilt, was schon länger die Regel ist: Nur Weltmarktführer Samsung verdient mit seinen Drams richtig Geld. Bei allen Wettbewerbern ist einzig und allein die Frage offen, ob die Zahlen rot oder doch wieder dunkelrot werden.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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