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Rote Karte für Unabhängige

Seit Jahren verlieren die Service Provider im Mobilfunk gegenüber den vier Netzbetreibern Marktanteile. Wollen die netzunabhängigen Handy-Gesellschaften ihre Umsätze stabilisieren, brauchen sie originelle Ideen. Manchmal sind sie zu originell.

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters Victorivox beispielsweise enthalten seit September die Klausel, dass Kunden, deren Prepaid-Karte ausläuft oder die ihren Vertrag kündigen und ihre SIM-Karte nicht binnen drei Wochen zurücksenden, als "pauschalierten Schadensersatz" 29,65 Euro zu zahlen haben.

Brancheninformationen zufolge fordert der Service Provider Talkline in ähnlicher Weise "mäßige" 8,97 Euro von Kunden, wenn sie dem Unternehmen den Rücken kehren, ohne die SIM-Karte zurückgegeben zu haben. Die Beträge liegen deutlich über den Kosten der SIM-Karten. Der BGH hat "Deaktivierungsgebühren" im Mobilfunk zwar schon vor einiger Zeit für rechtswidrig erklärt. Offensichtlich versuchen die Unternehmen trotzdem, am richterlichen Urteil vorbei neue Wechselbarrieren für Kunden zu schaffen oder zumindest abwandernden Kunden Geld aus der Tasche zu ziehen.

Dieses Vorgehen erinnert ans Nachtreten gefoulter Spieler beim Fußball - ein Vergehen, das mit der roten Karte geahndet wird. Die Service Provider müssen aufpassen, dass ihnen das Gericht keine rote Karte zeigt.

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