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Sabans Debattierclub

Amerikanische Manager sind entscheidungsfreudig und knallhart. Sie arbeiten effizient und effektiv. Kurz, sie sind ihren deutschen Kollegen in jeder Hinsicht überlegen. So zumindest die Legende, die uns in Deutschland immer wieder aufgetischt wird.

In der Praxis sieht es allerdings ganz anders aus. Beispiel Pro Sieben Sat 1: Der US-Milliardär Haim Saban will den Aufsichtsrat seiner Münchener Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 jetzt von neun auf 15 Personen aufstocken. Dabei orientiert sich der Kalifornier keineswegs an den auch von ihm gerne beschworenen amerikanischen Management-Tugenden.

Nein, Saban greift auf das klassische deutsche Konsens-Modell zurück. Jeder, der mit dem Medienunternehmer zusammen im vergangenen Jahr in den Kauf der Mehrheit der TV-Kette investiert hat, darf auch in das Aufsichtsgremium einrücken. Und so werden künftig mehr als ein halbes Dutzend hoch bezahlter amerikanischer Finanziers dem belgischen Konzernchef Guillaume de Posch auf die Finger schauen, dass er keinen Euro zu viel ausgibt.

Doch halt. Womöglich ist es egal, wie groß das Gremium ist. Wahrscheinlich tun wir Saban mit dem Vorwurf unrecht, den Aufsichtsrat aufzublasen. Denn vermutlich entscheidet nur er selbst, was richtig und falsch ist bei Pro Sieben Sat 1. Das wäre in jeden Fall effizient. Und wie aus dem amerikanischen Management- Lehrbuch.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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