Navigator
Schächters mea culpa

Das ZDF soll sauberer werden. In den letzten Jahren hat sich die öffentlich-rechtliche Anstalt immer öfter im Gestrüpp kommerzieller Aktivitäten verhakt.

Seltsame Kooperationen und peinliches Sponsoring haben dem Ansehen des Zweiten schwer geschadet. Trauriger Höhepunkt der Grauzone war zuletzt das ZDF-Gesundheitsmagazin "Praxis". Dort wurde die Werbetrommel für die Potenzpille Cialis des Pharmaunternehmens Lilly Icos gerührt. Dafür bezahlte das Unternehmen die Druckkosten einer Begleitbroschüre, die das ZDF auf Anfrage an seine Zuschauer verschickt.

Schächter zieht nun einen Schlussstrich unter die Affäre: Ab Anfang 2004 wird das ZDF keine medizinisch-pharmazeutischen Kooperationen mehr eingehen. "Die Zielvorstellung einer programmlichen Exzellenz schließt Irrwege nicht aus", bekennt Schächter. Mit dem Schuldbekenntnis und dem damit verbundenen Willen eines Neuanfangs rennt Schächter auch im eigenen Haus offene Türen ein. Verdi-Personalrat Uli Röhm freute sich gestern bereits über die Entscheidung "nicht den Verlockungen des großen Geldes zu erliegen". Allerdings kann Schächters mea culpa nur ein Anfang sein. Gerade im Unterhaltungsbereich erweckt das ZDF immer häufiger den Eindruck, Programmstrecken seien käuflich. Haribo, Red Bull, T-Mobile, Mercedes A-Klasse lassen grüßen. "Wetten, dass ... hier der größte Handlungsbedarf besteht?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%