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Schnüffeln für das Copyright

Dürfen die Inhaber von Urheberrechten alles? Nun ja, fast alles, wenn es nach dem US-Musikverband RIAA geht.

Er verlangt - ohne richterliche Anordnung - von dem Telekomunternehmen Verizon die Herausgabe der persönlichen Daten eines Kunden, der angeblich illegal Musikdateien über das Internet anbietet und beruft sich dabei auf das neue US-Urheberrecht. Verizon weigert sich, da die fraglichen Daten nicht auf den Firmencomputern lägen. Den Streit müssen jetzt Gerichte schlichten.

Immer klarer wird aber, dass das US-Urheberrecht in neue Dimensionen vorstößt. Wirtschaftszweige beanspruchen polizeiähnliche Ermittlungsbefugnisse. Da legte zum Beispiel eine Musikfirma dem Internet-Zugangsanbieter UUnet eine von Suchrobotern zusammengestellte Liste vor, auf denen sie das Urheberrecht für eine Bilddatei namens "Portrait of Mrs. Harrison Williams1943.jpg" beanspruchte, weil es angeblich ein Lied von George Harrison sei. Nach dem Motto: Aussortieren kann man ja später. Orwell hat viel geahnt. Aber die Musikindustrie hat er unterschätzt.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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