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Schweizer Präzision

Ein just im Frühjar neu installiertes System zur Abrechnung von Wertschriften hatte die Werte einzelner fälliger Obligationen schlicht falsch berechnet, teilt jedenfalls das Unternehmen mit.

What a difference a Bit means: Das musste jetzt die Rentenanstalt/Swiss Life leidvoll erfahren. Deshalb musste der ausgewiesene Halbjahresverlust um umgerechnet satte 131 Mill. Euro (192 Mill. Franken) nach unten korrigiert werden. Die Prüfer von PriceWaterhouseCoopers hatten lieber noch mal nachgerechnet und den Fehler gefunden.

Was schon für ein normales Industrieunternehmen mehr als peinlich wäre, ist für einen Lebensversicherer schon fast ein Desaster. Denn diese Branche lebt vom blindem Vertrauen ihrer Kunden in die unbedingte Korrektheit. Hier werden Millionen von Versicherungsverträgen mit Milliarden an Versichertengeldern oft über Jahrzehnte verwaltet und abgerechnet. Wie der Wert einer Kapitallebensversicherung am Ende zustande kommt, ist für den Kunden letztlich nicht nachvollziehbar, so viele Faktoren spielen hier ein Rolle. Wenn dann offenbar noch nicht einmal neue Software auf Herz und Nieren getestet wird, wird einem schon anders.

Noch dazu hat die Software ausgerechnet dann versagt, als eine Kapitalerhöhung ansteht. Beinahe wäre der wahre Halbjahresverlust erst viel später, vielleicht zu spät für neue Aktionäre, heraus gekommen. Doch seit Enron schauen alle Prüfer doch wohl mittlerweile lieber einmal zu viel als zu wenig in Bücher. Und das ist wahrlich auch gut so, wie man sieht.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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