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Steuern für Euronews

Vor über elf Jahren wurde mit der Gründung des Nachrichtenkanals Euronews der Traum eines europäischen CNN wahr. Und wie es sich für Europa gehört, lernte das politische Kind nur schwer laufen: Trotz seines Zuschauererfolgs blieb der paneuropäische Sender, an dem 19 öffentlich-rechtliche Anstalten beteiligt sind, ein teures Zusatzgeschäft.

Die Einnahmen aus der Werbung sind bescheiden geblieben. Neue Geschäfte wie ein Handy-Nachrichtenservice für Mobilfunkkonzerne wie Vodafone stecken noch in den Kinderschuhen. Die Suche nach neuen Geldquellen ist mühsam. Zum Glück gibt es aber die spendable EU-Kommission. Sie greift mal wieder tief in die Tasche, um den Sender, der in sieben Sprachen sein Programm ausstrahlt, das Überleben zu sichern. 5,4 Mill. Euro - das sind knapp 17 Prozent des Umsatzes - will die Brüsseler Behörde nach Lyon überweisen.

Mit diesen Steuermitteln für Sendungen wie das Magazin "Europeans" sichert sich die Kommission nicht nur ihre publizistische Einflussnahme auf den Sender. Sie verzerrt auch den Wettbewerb im harten Markt der Nachrichtensender. Während Euronews Millionen aus der EU-Steuerkasse erhält, kämpfen die beiden deutschen Privatsender

N-TV und N 24 verzweifelt gegen tiefrote Zahlen. Eigentlich ein Fall für den EU-Wettbewerbshüter Mario Monti, oder?

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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