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Stille Zeit - schöne Zeit

Stillstand ist etwas Wunderbares - zumindest in der Medienbranche. Das Bundeskartellamt hat die Media-Kooperation der Kommunikationskonzerne Publicis und Omnicom gestoppt.

In Brüssel wird außerdem der Zusammenschluss der Werbeholdings WPP und Grey gründlich überprüft. Die Konzerne müssen Formulare ausfülle, Beamte empfangen - ein Ende ist nicht abzusehen.

Verlage, Fernsehsender und werbetreibende Unternehmen können Luft holen. Ihre Verhandlungspartner, die Mediaagenturen, sind durch die Kartellverfahren in die öffentliche Kritik geraten und geschwächt.

Zu Recht. Denn niemandem außer den beteiligten Agenturen nützen die Fusionen. Ihre börsennotierten Mutterholdings erwirtschaften schon jetzt zweistellige Renditen. Um diese um ein paar Prozentpunkte zu steigern, werden in Deutschland Verlage unter Druck gesetzt und Fernsehsender mit Rabattforderungen überschüttet: Die Mediaagenturen leben von den Rabatten, die sie nur zum Teil an ihre Kunden weitergeben.

Die Entscheidung über beide Fusionen hängt letztlich an den Brüsseler Beamten. Wird der Zusammenschluss von WPP und Grey genehmigt, könnte auch die Kooperation von Publicis und Omnicom in geänderter Form die Wettbewerbshüter passieren. Doch die Brüsseler Beamten verschwinden bald in den Weihnachtsurlaub. Stillstand ist etwas Wunderbares.

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