NAVIGATOR: Substanz entscheidet

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Substanz entscheidet

Große deutsche Pressetitel sind seit einiger Zeit durchweg auch mit einem Ableger im Internet präsent. Dort bieten sich neue Möglichkeiten zur Gestaltung journalistischer Leistungen.

Artikel können leichter gesucht, direkt angesteuert und durch zusätzliche Hintergrund-Links ergänzt werden. Texte lassen sich mit Video- und Tondateien anreichern. Oft darf der Leser seine persönliche Version des Titels maßschneidern. Durch einen "Click" kann er mit der Redaktion in Kontakt treten. Online- Foren ermöglichen die Diskussion redaktioneller Beiträge unter Lesern.

Verlage geben viel Geld für die Programmierung und den Betrieb solcher Zusatzeigenschaften aus, die man im Jargon als "Interaktivitätspotenziale" tituliert. IT-Gestalter von Verlagen offerieren Interaktivität für Online-Leser, weil sie meinen, so Steigerungen der Besuchshäufigkeit und des Besuchsumfangs ihrer Titel im Internet zu erreichen. Inwieweit diese Erwartung berechtigt ist, habe ich jetzt für über 100 Websites deutscher Pressetitel untersucht. Das Ergebnis: Es gibt kaum Anhaltspunkte dafür, dass ein Mehr an Interaktivitätspotenzialen auch zu Erhöhungen der Besuchshäufigkeit und-intensität von Online-Pressetiteln beiträgt.

Das ist eine gute Nachricht für deren Redaktionen: Nicht ausgefeilte technische Interaktivität entscheidet über den Erfolg von Pressesites. Vielmehr bleiben im Internet klassische journalistische Kerntugenden wie Zuverlässigkeit, Transparenz, Verständlichkeit und Aktualität erfolgskritisch. Kurzum, auch in der "E-Society" verliert das Motto "Substanz entscheidet" (glücklicherweise) nicht seine Gültigkeit.

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