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Surfen statt saufen

Sie nennen sich Freibeuter und Weltpokalsieger-Besieger, haben einen Totenkopf auf den Fahnen und fühlen sich noch immer als Arbeiter im Kampf gegen die Pfeffersäcke. Beim FC St. Pauli ist vieles anders.

DÜSSELDORF. Hier findet man es sogar normal, wenn einem der Hintermann beim Torjubel ein Astra-Bier in den Nacken kippt. Immer schön locker bleiben, das Leben ist eh schon hart genug.

In der Tat. Nach dem Absturz des Ex- Bundesligisten in die Regionalliga Nord mussten die Fans lange zittern, ehe der klamme Kiez-Klub die Lizenz für Liga drei erhielt. Erst nach allerlei rührigen Aktionen - Kuchen, "Ret- ter"-T-Shirts und 10 000 Dauerkarten wurden verkauft - war alles klar.

An Fußballern aber mangelt es. Beim ersten Training kratzte man irgendwie zwölf zusammen - etwas wenig. Weitere müssen her, weitere Retter-Taler ebenso. Woher nehmen? Die Antwort: ein Internet-by-Call-Tarif, der mit 1,91 Euro pro Minute zum Wohle des Vereins abgerechnet wird. Klubpräsident Corny Littmann kommentiert trocken: "Was für den einen das Saufen, ist für den anderen das Surfen."

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