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Tote Promis leben länger

Adel verpflichtet nicht nur, er verkauft sich auch gut. Das hofft jedenfalls die Hamburger Lizenzagentur VIP AG und hat damit begonnen, Prinzessin Diana als Marke unters Volk zu bringen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz soll es demnächst Porzellan, Papier und Geschenkartikel mit dem Signet der toten Waliserin geben.

Die Agentur verdient zwischen zehn und 15 Prozent Provision an jedem Vertrag, der zu Stande kommt und vertritt zudem noch - wie praktisch - einen guten Zweck: Die Erlöse aus den Lizenzverträgen gehen an eine gemeinnützige Diana-Stiftung. Erste Gespräche mit Interessenten gibt es laut VIP AG bereits.

Schön für die Agentur, doch zeigt die Aktion vor allem eins: Die Werbung mit Namen, Gesichtern und Sprüchen von Prominenten, so genannte Testimonials, ist an ihre Grenze gekommen. Zumindest dann, wenn die "Zeugen" noch leben und fröhlich aus den Spots und Anzeigen lächeln. Ob Günther Jauch für die Telekom oder Supermodel Heidi Klum für Birkenstock - Promi- Werbung hat in Deutschland inflationäre Ausmaße angenommen, die sogar von werbetreibenden Unternehmen beklagt wird.

Dabei haben sie sich das Problem selbst geschaffen. In dem Wunsch, den Blick des Konsumenten länger als nur flüchtig auf sich zu lenken, springen sie alle auf denselben Zug, anstatt eigene Ideen zu entwickeln.

Um den Discountern Paroli zu bieten, stecken sie alte Produkte in neue Verpackungen und müssen sie mangels echtem Mehrwert mit Werbemillionen in den Markt drücken. Tote, statt lebender Promis werden an diesem Dilemma nichts ändern. Nicht einmal, wenn sie Diana heißen.

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