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Totgesagte leben länger

Vor etwa fünf Jahren läuteten viele bereits das Sterbeglöcklein für Betreiber traditioneller Telefonfestnetze. Zur Begründung drohender Umsatzeinbußen bei Exmonopolisten wurde die Sprachtelefonie zum Nulltarif über das Internet Protocol (IP) angeführt. Es kam anders.

Auch 2003 nahmen Carrier in Deutschland noch ca. 10 Mrd. Euro mit Sprachverbindungen aus Festnetzen ein. Nun tauchen ähnliche Prophezeiungen wieder auf: Etliche Anbieter wollen über DSL- schlüsse auch Sprachtelefonie für Privatkunden möglich machen. So kündigte Freenet an, "Voice over DSL" IP-Verbindungen unter den eigenen DSL-Kunden für 0 und in Festnetze zu anderen Gesprächspartnern für 1 Cent pro Minute anzubieten.

Damit IP-Telefonate zukünftig auch bei großer Nachfrage die gewohnte Gesprächsqualität aufweisen, muss auf Internetstrecken jenseits der per DSL überbrückten letzten Meile aber in zusätzliche Technik investiert werden. Deshalb werden alternative Carrier privaten DSL-Kunden auch zukünftig ihre IP-Telefonate in akzeptabler Qualität nicht dauerhaft zum Null-Tarif offerieren können. Zudem müssen sie den Endkunden motivieren, sich ein neues IP-fähiges Telefon zu kaufen, damit nicht nur vom PC aus gesprochen werden kann. Für Incumbents wie die Telekom stellt "Voice over DSL" somit nur eine schwache Bedrohung ihres Sprachgeschäfts im Festnetz dar.

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