Navigator
Trickreiche Preisinnovation

Die Telekom hat beim Regulierer die Genehmigung eines neuen Tarifs beantragt: Kunden sollen für innerdeutsche Sprachverbindungen gegen eine monatliche Pauschale von 4,22 Euro pro angefangener Stunde nur zehn Cent zahlen.

Das ist ein verlockendes Angebot. Die niedrigsten Minutenpreise der Konkurrenz für Fernverbindungen über offenes Call-by-Call liegen bei 1,3 Cent pro Minute. Somit lohnt sich der 10- Cent-Tarif bereits, wenn man im Monatsschnitt einmal pro Tag ein Telefongespräch von 20 Minuten Dauer führt und für kürzere Verbindungen fallweise auf Telekom-Wettbewerber zurückgreift. Der neue Tarif soll Kunden davon abhalten, dem Ex-Monopolisten den Rücken zuzukehren und den Telefon- und DSL-Anschluss nebst Verbindungen bei der Konkurrenz einzukaufen.

Problematisch ist aber, dass Telekom - Wettbewerber vergleichbare Angebote ohne die Gefahr erheblicher Verluste nicht machen können. Die Konkurrenz ist bei ihren Telefonverbindungen auf die Mitnutzung des Telekom - Netzes angewiesen. Hierfür werden Interconnection- Entgelte pro Verbindungsminute fällig, die so hoch sind, dass ein 10- Cent-Stundenpreis für Wettbewerber wirtschaftlich unmöglich ist. Die Offerte ist damit kurzfristig kundenfreundlich, aber langfristig wettbewerbsschädlich.

Der Regulierer sollte sie nur genehmigen, wenn er zugleich die Telekom verpflichtet, Interconnection- Verbindungen zu Preisen bereitzustellen, bei denen nicht durchweg der Gebührenzähler im Minutentakt mitläuft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%