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Trügerische Sicherheit

Auf den ersten Blick klingt das alles doch beruhigend: Mehr als 80 Prozent der Surfer fühlen sich im Internet sicher. Das ergab eine Online-Umfrage zur "Sicherheit und Delinquenz im Internet" der Universität Bonn.

Wissenschaftler haben mehr als 1400 Internet-Nutzer zu Gefahren befragt wie Hacking und Dialer-Betrug, Viren und Hoaxes, Spam-Mail und Kinder-Porno-Seiten. Neun von zehn Befragten haben zwar schon mal lästige elektronische Post bekommen, jeder Zehnte hat schlechte Erfahrungen bei Online-Auktionen gemacht. Dem Gefühl, im Netz sicher zu sein, hat das aber keinen Abbruch getan.

Das könnte sich ändern, wenn der Softwareriese Microsoft weiterhin so schusselig mit Sicherheitsfragen umgeht, wie er es zumindest bei seinem Passport-Service getan hat. Über dieses System, das Daten wie Kreditkartennummern enthält, können sich Nutzer gegenüber Händlern im Internet ausweisen. Ein pakistanischer Programmierer fand eine Sicherheitslücke bei Passport. Demnach waren die Passport-Konten von mehr als 200 Millionen Nutzern spätestens seit September 2002 für Hacker angreifbar. Sofort machte der Pakistani Microsoft auf das Problem aufmerksam. Doch nichts passierte. Nach der zehnten Warnung ging der Mann schließlich an die Öffentlichkeit - und prompt war das Leck geschlossen.

Ob die US-Wettbewerbsbehörde FTC jetzt eine Strafe gegen Microsoft verhängt, ist noch unklar. Wie lax das Unternehmen mit dem Problem umgegangen ist, zeigt aber eines: Microsoft setzt offenbar alles daran, dass es positive Ergebnisse bei der nächsten Umfrage zur Sicherheit im Netz nicht mehr geben wird.

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