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Überfällige Kabelfusion

Im deutschen Kabelmarkt leisten vier Unternehmen jeweils in unterschiedlichen Regionen die örtliche Rundfunkheranführung für 18 Mill. Haushalte. Jetzt will der größte Spieler, Kabel Deutschland (KDG), die kleineren Netzbetreiber Ish, Kabel Baden-Württemberg und Iesy kaufen - wenn die Kartellbehörden dies erlauben.

Die Fusion ist betriebswirtschaftlich überfällig. Es entsteht ein Anbieter mit der notwendigen Kundenzahl und Flächendeckung, der zweierlei leisten kann: den digitalen Rundfunk auch im Kabel nicht zuletzt durch bundesweite Einführung einer Set-Top-Box zum diskriminierungsfreien Empfang vorantreiben und Breit- band-Internetzugänge effizienter anbieten. Auch volkswirtschaftlich hat die KDG-Übernahmestrategie mehr Vor- als Nachteile: Sie kann die Geschwindigkeit des Übergangs zur digitalen Rundfunkverbreitung erhöhen und DSL-Anbieter erstmals unter Konkurrenzdruck setzen.

Dass die KDG nach der Konsolidierung ihre neue Marktmacht missbraucht, ist angesichts starker Konkurrenz durch Satellitenempfang, DVB-T und zunehmender Filmverbreitung über DSL- Anschlüsse unwahrscheinlich. Der strenge medien- und telekommunikationsrechtliche Regulierungsrahmen bewirkt ein Übriges. Das Kartellamt sollte die Fusion - anders als die Liberty-Kaufpläne 2001 - nicht blockieren. Vielmehr sollte die Behörde den Deal mit moderaten Auflagen bei der Netzdigitalisierung und dem Ausbau von breitbandigen Internetzugängen genehmigen. Das Amt würde so einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsintensivierung im deutschen Telekommunikationsmarkt leisten.

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