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Überfälliger Schritt

Im vergangenen Jahr haben die Deutschen 12,5 Milliarden Minuten aus Festnetzen in die vier Mobilfunknetze hier zu Lande telefoniert.

Sie zahlten pro Minute im Durchschnitt 24 Cent ohne Mehrwertsteuer. Davon gehen 15 bis 18 Cent an die Mobilfunkunternehmen, weil sie die Gespräche zu mobilen Anschlüssen durchstellen. In stillem Einvernehmen nutzen die vier Netzbetreiber aus, dass sie dabei quasi über ein Monopol verfügen. Dem Anrufer aus dem Festnetz bleibt nichts anderes übrig als den festgelegten Preis für das Gespräch zu einem Mobiltelefon zu zahlen. Hingegen bieten die Mobilfunknetzbetreiber ihren Kunden Anrufe in ein Festnetz schon für Netto-Minutenpreise von 2,6 Cent. Konsequenz: Festnetznutzer zahlen dafür, dass die Mobilfunker ihren Kunden günstige Preise anbieten und so eine Verkehrsverlagerung in Mobilfunknetze vorantreiben. Ein Vergleich der Entgelte bei Gesprächen vom Fest- ins Mobilfunknetz in 28 Ländern ergab, dass in 18 Ländern niedrigere Preise als in Deutschland gelten.

Die zunehmende Kritik an den Entgelten hat bewirkt, dass die vier Spieler sie ab Dezember in zwei Schritten auf 11 bis 12,4 Cent pro Minute senken wollen. Aus Sicht der Festnetzkunden und-betreiber war dieser Schritt überfällig. Er muss aber schneller erfolgen und größer ausfallen. Denn die langfristigen Zusatzkosten pro Minute liegen unterhalb von acht Cent. Der deutsche Tele- kom-Regulierer ist deshalb weiter gefordert, auf das Betreiberquartett einzuwirken, die entsprechenden Preise sofort und stärker als geplant zu senken.

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