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Ungleiche Netzbetreiber

Der Festnetztelefoniewettbewerb bringt es mit sich, dass Kunden eines Netzbetreibers Gesprächspartner anrufen, die an das Netz eines Konkurrenten angeschlossen sind.

Für die Verbindungszustellung zahlt der Netzbetreiber des Anrufers einen "Terminierungspreis" an seinen Wettbewerber. Bislang waren diese Preise der Deutschen Telekom und alternativer Betreiber gleich hoch. Jetzt kamen 15 City-Carrier auf die Idee, bei der Regulierungsbehörde zu beantragen, höhere Preise als die Telekom nehmen zu dürfen. Begründung: Aufgrund von Größennachteilen hätten sie höhere Produktionskosten.

Jetzt hat die Behörde entschieden, dass die Antragsteller bis Ende Oktober für die Terminierung 0,5 Cent pro Minute mehr verlangen können als die Telekom. Dies entspricht Aufschlägen von 33 bis 125 % gegenüber den entsprechenden Telekom-Entgelten. Das Entgegenkommen der Behörde ist kein Erfolg für die City-Carrier. Erstens wird ihnen mit dem Zuschlag attestiert, dass sie drastisch weniger effizient operieren als die Telekom. Zweitens laufen sie Gefahr, dass auch bei Genehmigungen von Telekom-Vorleistungspreisen nicht mehr der strenge Maßstab der (Soll-)Kosten bei effizienter Leistungsbereitstellung, sondern der höheren (Ist-)Kosten der Telekom gilt. Drittens eröffnen sie der Telekom die Option, von ihren Endkunden höhere Verbindungspreise zu erheben, wenn sie jemanden anrufen, der seinen Anschluss bei einem City-Carrier hat. Die City-Carrier sollten sich also schnell den Versuch beenden, über höhere Terminierungspreise ihre betriebswirtschaftliche Situation zu verbessern.

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