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Vertrauen zahlt sich aus

Herrin der Netzebenen 3 (örtliche Verteilung) und 4 (Endverteilung) der meisten Kabelnetze ist hier zu Lande immer noch die Deutsche Telekom AG.

Sie überführte ihr Breitbandkabelgeschäft 1999 in eine Tochter mit neun Regionalgesellschaften, um so dafür leichter Käufer zu finden. Bis heute haben aber nur Ish und Iesy Mehrheitsbeteiligungen an drei Regionalgesellschaften erworben.

Diese Käufer stehen inzwischen am Rand des wirtschaftlichen Ruins. Sie haben mit hohen Investitionen begonnen, die Netze rückkanalfähig auf 862 MHz aufzurüsten. Dadurch wollten sie neben der Rundfunkverteilung auch Internetzugänge und Telefonanschlüsse vermarkten. Mit solchen Diensten jedoch stehen sie nicht allein. Ganz im Gegenteil: Es gibt starken Wettbewerb zu preiswerten DSL- und ISDN-Anschlüssen, so dass sie kaum profitabel bestehen können. Insofern war es folgerichtig, dass Liberty Media auf die Übernahme der restlichen sechs Telekom-Kabelgesellschaften verzichtete, weil das Kartellamt verlangte, dass Liberty auch klassische TK-Dienste anbieten müsse.

Weil sie einen Verzicht auf die Netzmodernisierung befürchten, sprechen sich die Landesmedienanstalten gegen den Verkauf der Telekom-Netze aus. Was sie nicht bedenken: Jeder Kabelkäufer gerät in den Wettbewerb mit satellitengestützten und terrestrischen Übertragung. Nur wenn der Erwerber sein Kernprodukt attraktiv durch zusätzliche digital verbreitete Inhalte weiterentwickelt, kann er in diesem Konkurrenzkampf Erfolge verbuchen.

Medienpolitiker und-anstalten sollten deshalb den DTAG-Netzverkauf durch Aufgabe von Investitionslenkungsambitionen zugunsten von mehr Vertrauen auf Marktkräfte unterstützen. Eine privatwirtschaftliche Digitalisierung der Rundfunkverteilung über Kabelnetze wird es nur geben, wenn Netzeigentümer selbst bestimmen können, welche Programme sie im Markt anbieten.

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