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Verzerrter Blickwinkel

Am Sonntag ist wieder alles vorbei. Wenn Lance Armstrong und Jan Ullrich zum Ende der Tour de France in Paris über die Ziellinie fahren, stellt auch die ARD auf normalen Betrieb um. Keine Sondersendungen mehr, keine Bergprüfungen, keine Massenstürze.

Eine Sendepause bekommt auch ARD-Sportkoordinator Hagen Boßdorf. Der deutsche Radprofi Jens Voigt aus dem Team CSC wird darüber nicht ganz unglücklich sein. Voigt wirft dem Journalisten vor, er habe mit seinen Kommentaren das Publikum gegen ihn aufgestachelt. Auf einer wichtigen Pyrenäen-Etappe war Voigt gegen TV-Liebling Ullrich gefahren und hatte dessen Sieg verhindert. Sofort lag der Vorwurf in der Luft, Voigt habe sich unpatriotisch verhalten, weil er nur an die Interessen von CSC gedacht und Landsmann Ullrich nicht geholfen habe.

Die Vorwürfe auf der Tour machen das Dilemma deutlich, in dem die ARD steckt. Die öffentlich-rechtliche Sendegemeinschaft ist Trikotsponsor von Ullrichs Team T-Mobile. Wenn der Radsport-Star siegreich einen Berg hinunterschießt, dann macht er auch Werbung für die ARD. Darunter leidet der Anspruch nach Objektivität. Besser wäre es also, die ARD verzichtet auf solch starke Bindungen wie zu T-Mobile. Dann gäbe es keine Zweifel mehr an der Integrität.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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