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Verzerrter Wettbewerb

Kaum eine Zeitung oder Zeitschrift in Deutschland verzichtet darauf, mit einer Online-Version auch im Web Präsenz zu zeigen. Betriebswirtschaftlich sind die Online-Ableger bis heute Zuschussgeschäfte. Allein Werbeerlöse finanzieren Presseangebote im Internet nicht.

Bei Lesern sind Entgelte für Internet-Versionen etablierter Titel nur durchsetzbar, wenn drei Voraussetzungen erfüllt sind: Erstens müssen Presseangebote im Internet höchste Aktualität aufweisen. Zweitens müssen sie Informationen bringen, die für Leser beruflich oder privat konkreten Nutzen stiften. Drittens müssen sie Qualitätsinformationen bieten, die nicht kostenlos im Netz beschaffbar sind.

Die ersten beiden Bedingungen sind schon schwer zu erfüllen. Aber die Einhaltung der dritten Bedingung ist in Deutschland unmöglich. Grund dafür ist, dass öffentlich-rechtliche Rundfunkanbieter hochwertige Informationen im Internet ohne Bezahlung bieten. Sie können sich das leisten, weil sie Journalismus im Internet über Rundfunkgebühren indirekt finanzieren.

Diese Wettbewerbsverzerrung schmälert die Chancen auf ein vielfältiges Presseangebot im Internet. Deshalb muss die Medienpolitik dafür sorgen, dass öffentlich-rechtliche Anstalten ihre Internetaktivitäten nicht mit Geld subventionieren, das für Fernseh- und Radioprogramme bestimmt ist. Wenn Medienpolitiker dazu den Mut aufbringen, kann die gerade wieder begonnene Diskussion über die nächste Rundfunkgebührenerhöhung für einige Zeit vertagt werden.

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