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Visionäre nicht mehr gefragt?

Zunächst sah alles nur nach einer Krise der "New Economy" aus: Deren Vorzeige-Unternehmer von 1999 wurden schon 2001 zu Buhmännern. Viele gerade noch hoch gelobte Gründer gingen von Bord, mussten verkaufen oder gar Konkurs anmelden.

Doch der Abgang dieser Visionäre schien nur das Problem einer Branche zu sein, die zu schnell zu viel erreichen wollte. 2002 zieht die Degression aber weite Kreise: mit Ron Sommer und Thomas Middelhoff machten Visionäre an der Spitze großer Konzerne Kollegen Platz, denen eher der Ruf des "Bewahrers" vorausgeht. Und wer nach der Wahl auf ein Aufbruchsignal aus Berlin hoffte, sieht sich ebenfalls enttäuscht. Visionäre sind anscheinend nicht mehr gefragt. Niemand wagt sich noch an einen Zukunftsentwurf, der weiter als zwei Jahre reicht.

Nur: Wie lange kann es sich ein Unternehmen erlauben, nur das derzeit Machbare zu wollen, ohne sich eine Perspektive für das mittelfristig Erreichbare vorzunehmen? Hat denn die ganze Gesellschaft der Mut verlassen, Neues zu wagen? Mir bleibt nur die Hoffnung, dass sich im Stillen bereits neue Geschäftsideen und Unternehmer entwickeln, die bald wie Phönix aus der Asche steigen, weil sie wieder den finanziellen, politischen und moralischen Nährboden finden, um zu reüssieren. Nur sie können unserer Wirtschaft und Gesellschaft wieder die Visionen geben, die alle beflügeln.

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