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Wagnisfinanzierer wagen nichts

Die Startups, die jetzt noch am Leben sind, zeichnen sich durch qualifizierte Management-Teams, realistische Businesspläne und durch moderate Unternehmensbewertungen aus.

Jetzt sind Super-Zeiten für Wagnisfinanzierer und Business Angels, um antizyklisch zu investieren - so tönte es mehrfach vom Podium der "Deutschen Investorengespräche", die jüngst vom Business-Angel-Netzwerk Brains-To-Ventures in München veranstaltet wurden. In der Tat: Die Startups, die jetzt noch am Leben sind, zeichnen sich durch qualifizierte Management-Teams, ausgesprochen realistische Businesspläne mit zum Teil schon schwarzen Zahlen und durch moderate Unternehmensbewertungen aus. Gute Qualität für wenig Geld also - wer würde da nicht zugreifen wollen.

Doch die Realität in Deutschland sieht ganz anders aus, vor allem wenn man den Vergleich zu den USA zieht. In IT-Firmen sind bei uns im zweiten Quartal 2002 gerade einmal 93 Mill. Euro Risikokapital investiert worden, in den USA waren es knapp 6 Mrd. $ - also 65-mal so viel. Der IT-Markt in den USA ist jedoch nur achtmal grösser als in Deutschland. Dieses krasse Missverhältnis deutet darauf hin, dass die deutschen Wagnisfinanzierer im Moment nichts wagen. Lieber lassen sie - so war auf der Münchner Konferenz zu hören - Unternehmen Pleite gehen, um die staatlichen Garantien auf ihre Investments zu kassieren. Oder sie lassen sich das eingebrachte Eigenkapital wie einen Kredit verzinsen. Risikokapitalisten, die wie normale Banken handeln - wirklich harte Zeiten für junge Unternehmer.

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