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Wer soll das bezahlen?

Dass der Fortschritt seinen Preis hat, dürfte unbestritten sein. Allerdings ist nicht immer ganz klar, wer diesen Preis zahlt.

Die Einführung des digitalen terrestrischen Fernsehens (DVB-T), das als nächstes die Region Düsseldorf/Ruhrgebiet und bis 2005 alle deutschen Ballungsgebiete erreichen soll, macht das Dilemma deutlich: DVB-T versorgt uns mit rund zwei Dutzend digitalen TV- Kanälen in Top-Qualität. Und abgesehen vom Preis eines DVB-T-Tuners und den ohnehin fälligen GEZ - Gebühren fallen keine weiteren Kosten - etwa für Kabelanschlüsse - an. Das ist ein Fortschritt. Allerdings sind DVB-T-Signale auf der Sender-Seite nicht um Gotteslohn zu haben.

Im Gegenteil: Wer nachrechnet, kommt zu dem Ergebnis, dass die Kosten für die DVB-T-Verbreitung die Kosten der Verbreitung per Kabel um ein Vielfaches übersteigen. Dennoch zwingt DVB-T die Kabelnetzbetreiber in die Defensive: Wollen sie ihre Investitionen in das Kabelnetz schützen, müssen sie sich gegen DVB-T mit einer breiten Angebotspalette aufstellen und kommen um eine Digitalisierung nicht herum. Diese Investitionen müssen sie aus den Gebühren der Kabelnutzer bestreiten, die mit ihren GEZ-Gebühren gleichzeitig die Landesmedienanstalten finanzieren - diese aber subventionieren ihrerseits den Aufbau von DVB-T. Und nun sollen die GEZ-Gebühren auch noch steigen - ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Martin Fabel ist Medienexperte bei A.T.Kearney.

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