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Werberisiko Olympia

Für Adidas-Chef Herbert Hainer ist es eine tolle Sache: Fast jeder zweite Athlet in Athen startet in Leibchen des Herzogenauracher Sportartiklers, freut sich der Manager. Sein Kalkül: Eine bessere Werbung als siegreiche Sportler mit den drei Streifen auf der Brust kann es gar nicht geben.

Für Adidas-Chef Herbert Hainer ist es eine tolle Sache: Fast jeder zweite Athlet in Athen startet in Leibchen des Herzogenauracher Sportartiklers, freut sich der Manager. Sein Kalkül: Eine bessere Werbung als siegreiche Sportler mit den drei Streifen auf der Brust kann es gar nicht geben. Rivale Puma hofft demgegenüber darauf, dass das Nationalteam von Jamaika die Marke mit dem Raubtier bei Olympia weltweit in den Blickpunkt rückt. Die Puma-Manager haben rund um die Mannschaft aus der Karibik eine groß angelegte Werbekampagne gestartet und wollen so ihrem Image einen Schub geben.

Ob die Rechnung der Sportartikelhersteller aufgeht ist aber fraglich. Vor allem Dopingfälle könnten den Unternehmen schwer zu schaffen machen. Jeden Tag erwischen die Fahnder momentan neue Sünder. Kaum vorstellbar, dass nicht auch in Athen Dopingvergehen ans Licht kommen werden. Die Sportartikelfirmen beteuern zwar, dass das ihrem Image nicht schaden und jeder Vertrag mit einem gedopten Athleten sofort beendet werde. Nur: Welchen Eindruck das Bild eines überführten Sportlers in Adidas-Klamotten bei den potenziellen Kunden daheim am Fernseher hinterlässt, ist völlig offen. So können die Konzerne nur hoffen, dass sie auf die Stars gesetzt haben, die nicht gedopt haben - oder zumindest nicht dabei erwischt werden.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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