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Wider den Wettbewerb

Wenn private Haushalte in Deutschland breitbandig im Internet surfen, dann nutzen sie hierfür DSL-Zugänge.

Diese machen aus den lange nur für Telefonate genutzten Kupferdoppeladerkabeln eine Rennbahn, auf der Daten mit Geschwindigkeiten von einigen hundert Kilobit pro Sekunde transportiert werden. In Westeuropa hat Deutschland die Pole-Position bei der DSL-Verbreitung: Ende 2002 hatten 8,3 Prozent aller Haushalte in Deutschland einen DSL-Anschluss.

Die Erfolgsstory hat leider einen Haken. Neue Konkurrenten kommen nur auf einen DSL-Kundenmarktanteil von 6 %. Alle übrigen privaten DSL-Nutzer hat die Deutsche Telekom unter Vertrag. Ein wichtiger Grund für diese Strukturen: Wettbewerber sind auf Vorleistungen der Telekom angewiesen, um DSL anbieten zu können. Die Telekom hat Preise und Bedingungen für diese Vorprodukte bislang ohne Widerspruch der Regulierungsbehörde so gestaltet, dass ihr eigenes Geschäft durch Konkurrenz möglichst wenig behelligt wird.

Den Wettbewerbsmangel hat auch das Bundeswirtschaftsministerium bemerkt. In einem im Februar vorgelegten ersten Entwurf zur bevorstehenden Novelle des Telekommunikationsgesetzes wurde die Telekom verpflichtet, ihren Konkurrenten DSL-Vorprodukte zu fairen Bedingungen zu verkaufen. In dem in der vergangenen Woche veröffentlichten zweiten Gesetzesvorschlag ist diese Auflage wieder verschwunden. Sollte dies nicht rückgängig gemacht werden, dann wird auf dem deutschen DSL-Markt auch künftig nur ein laues Wettbewerbslüftchen wehen. Für Telekom-Aktionäre ist das von Vorteil, für Verbraucher nicht.

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