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Wiedersehen vor Gericht

Die Frankfurter Börse hat den Neuen Markt längst begraben. Vor Gericht ist das frühere Lieblingskind der Anleger allerdings höchst lebendig.

Vor allem die Filmfirmen beschäftigen die Justiz. Vergangene Woche begann der Prozess gegen Kinowelt-Gründer Michael Kölmel. Die Staatsanwaltschaft München wirft dem Unternehmer Untreue und Insolvenzverschleppung vor.

Heute ist in Los Angeles Auftakt für die Hauptverhandlung in der Auseinandersetzung zwischen der Intertainment AG und Franchise Pictures. Intertainment hat den US-Produzenten wegen überhöhter Filmbudgets auf Schadensersatz von 100 Mill. $ verklagt. Am Wochenende haben sich die Deutschen mit einem früheren Franchise-Manager außergerichtlich auf eine Entschädigung geeinigt, gegen die anderen prozessieren sie weiter.

Gut möglich, dass es im Herbst auch zu einem Prozess gegen die früheren Miteigentümer des Filmrechtehändlers Advanced Medien kommt. Seit Jahren streitet sich der derzeitige Vorstand mit den Ex-Gesellschaftern. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Den Investoren, die in der Blütezeit des Neuen Marktes die Aktien gekauft haben, dürften Urteile zwar kaum helfen. Die Prozesse belegen allerdings, dass diese Unternehmen nie an die Börse hätten gehen dürfen. Viel zu undurchsichtig und risikoreich war das Geschäft, zu unprofessionell das Management. Dabei sind die Aktionäre von Intertainment und Advanced sogar gut weg gekommen. Viele ehemalige Wettbewerber sind längst pleite.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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