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Zittern in der Chipbranche

Die Aussichten sind eigentlich glänzend: Glaubt man den Marktforschern, dann hat die Chipbranche nächstes Jahr ein Umsatzplus von 20 Prozent zu erwarten. Noch deutet aber wenig darauf hin, dass die Halbleiterindustrie abhebt.

Die Aussichten sind eigentlich glänzend: Glaubt man den Marktforschern, dann hat die Chipbranche nächstes Jahr ein Umsatzplus von 20 Prozent zu erwarten. In diesen Tagen deutet aber wenig darauf hin, dass die Halbleiterindustrie abhebt. Im Gegenteil: Zumindest die Hersteller von Speicherchips, den so genannten Drams, sind wieder stark unter Druck geraten. Die Investmentbank Merrill Lynch hat gestern die Gewinnschätzung von Infineon für das Geschäftsjahr 2003/2004 mehr als halbiert. Die Banker begründen ihre negative Einschätzung gegenüber dem Unternehmen mit den stark gefallenen Dram-Preisen.

Damit noch nicht genug: Infi neon-Partner Nanya, einer der größten Dram-Produzenten der Welt, hat Anfang der Woche eine Gewinnwarnung veröffentlich. Im November seien die Umsätze gegenüber dem Vorjahr sogar geschrumpft. Von einer Rückkehr in ruhigeres Fahrwasser kann deshalb keine Rede sein. Niemand weiß, ob nicht nach Weihnachten der große Einbruch kommt, wenn das Privatkundengeschäft der wichtigsten Abnehmerbranchen der Chiphersteller traditionell zurückgeht. In die roten Zahlen werden Infineon & Co 2004 vermutlich nicht mehr rutschen. Aber womöglich wird der Aufschwung längst nicht so positiv ausfallen, wie sich das Experten und Industrie vorgestellt haben.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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