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Zuckerbrot statt Peitsche

Die Musikindustrie befindet sich auch in Deutschland in einer Krise. Zwischen 1997 und 2003 ist der Umsatz mit "bespielten Tonträgern" um mehr als 40 Prozent gesunken. Für 2004 ist keine Trendwende in Sicht.

Als Hauptgrund für die desolate Lage hat die Phonowirtschaft das illegale Herunterladen von Musiktiteln über Internet- Tauschbörsen ausgemacht. Zur Abschreckung setzt sie jetzt einzelne Kopiersünder juristisch massiv unter Druck. Dieses Vorgehen ist verständlich, reicht aber als Sanierungsstrategie in einer digital vernetzten Gesellschaft nicht aus.

Weitere Zusammenschlüsse von Anbietern wie etwa das Joint Venture von BMG und Sony bringen die Zeiten müheloser Profite ebenfalls nicht zurück. Um wieder akzeptable Renditen zu erzielen, sollte die Musikindustrie lieber den Wert des eigenen Angebots steigern. Hierzu muss sie erstens von einem CD-Großhändler zu einem Paketierer musiktitel- und künstlerbezogener Rechte werden, der diese Rechte z.B. über Merchandising, TV-Produktionen und neue Vertriebswege wie Mobilfunk vermarktet. Zweitens muss sie Internet-Plattformen installieren, die - besser als vorhandene Lösungen wie Phonoline - Downloads einer Vielzahl von Titeln und Alben unterhalb der CD-Ladenpreise und mit liberalen Nutzungsrechten à la iTunes ermöglichen. Drittens muss die Branche Allianzen mit Herstellern tragbarer Abspielgeräte eingehen, um Online-Musikshops mit dem Verkauf attraktiver Endgeräte zu verzahnen.

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