Neben New York, Madrid und Havanna
Olympiabewerbung von Leipzig bekommt Konkurrenz von London

Die britische Regierung hat am Donnerstag "Grünes Licht" für die Bewerbung Londons um die Olympischen Spiele 2012 gegeben. "Wir stehen mit ganzem Herzen hinter einer Kandidatur", erklärte die für den Sport zuständige Ministerin Tessa Jowell am Donnerstag im Unterhaus.

HB/dpa DÜSSELDORF/LONDON. Olympische Spiele seien "gut für den Sport, gut für London und gut für das gesamte Vereinigte Königreich". Premierminister Tony Blair persönlich habe den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, in einem Telefongespräch von der Unterstützung einer Londoner Bewerbung unterrichtet.

Damit erhält Leipzig einen weiteren starken Konkurrenten, nachdem bereits New York, Madrid und Havanna ihre Bewerbung angekündigt haben. Bis zum Meldeschluss des IOC am 15. Juli dieses Jahres werden auch noch Bewerbungen aus Paris, Moskau, Toronto und Rio de Janairo oder Sao Paulo erwartet. Rogge erklärte am Rande von IOC-Sitzungen in Madrid: "Wir haben wohl noch nie eine so hohe Zahl so hoch qualifizierter Bewerber gehabt." Das IOC vergibt die Spiele in neun Jahren am 6. Juli 2005 in Singapur.

Unmittelbar nach der Jowell-Rede im Unterhaus gab das Wettbüro William Hill schon erste Wettquoten heraus - natürlich mit London als 7:4-Favorit. Es folgen Paris (5:2), Toronto (9:2), Madrid (6:1), New York (8:1), Rio de Janeiro (10:1), Sao Paulo (14:1) und Moskau (16:1). Eine schlechtere Quote Leipzig (33:1) wird nur Havanna (50:1) zugeteilt.

London war bereits 1908 und 1948 Austragungsort von Sommerspielen. Bei den letzten Versuchen, Großveranstaltungen auf die Insel zu holen, waren die Briten allerdings gescheitert. 1992 bemühte sich Birmingham vergebens um Olympische Spiele, 1996 und 2000 Manchester. Außerdem waren die Engländer erfolglos mit der Bewerbung um die Fußball-Weltmeisterschaft 2006, die in Deutschland ausgetragen wird, und mussten die für 2005 London übertragene Leichtathletik- Weltmeisterschaften zurückgeben, weil kein WM-reifes Stadion gebaut werden konnte.

Für Olympische Spiele in neun Jahren in der britischen Hauptstadt müssten praktisch alle Wettkampfstätten neu gebaut werden. Nach Berechnungen der Regierung würden sich die Olympia-Kosten auf rund 6,2 Milliarden Euro (4,5 Milliarden Pfund) belaufen. Zur Finanzierung sollen unter anderem eine noch zu schaffende staatliche Lotterie sowie die Erhöhung der Gemeindesteuern in London beitragen.

Außerdem wird mit einer Unterstützung der Europäischen Union kalkuliert, weil zahlreiche Sportstätten, wie das Olympiastadion, und das Olympische Dorf in dem sanierungsbedürftigen Ost-Londoner Stadtteil Stratford errichtet werden sollen. Fußball würde im neuen Wembley-Stadion, dessen Eröffnung für 2006 geplant ist, ausgetragen. Für Tennis bietet sich Wimbledon, für Rudern die Themse an. Außerdem haben Londons Olympia-Planer den "Millenium Dome" als Austragungsstätte der Turnwettkämpfe vorgesehen. Große Hindernisse für eine erfolgreiche Bewerbung könnten für das IOC die extrem hohen Hotelpreise sowie der kaum zu bändigende Verkehr sein.

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