Neben Psychotherapeuten werden auch 200 US-Geheimagenten Athleten betreuen
Bei den US-Stars geht die Terrorangst um

Sechs Monate vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Athen macht den Top-Stars der amerikanischen Sportszene beim Blick auf das Großereignis vor allem eines Sorgen: die Sicherheit. Einige erwägen sogar einen Startverzicht.

HB LOS ANGELES. Die höchsten Sicherheitsmaßnahmen der olympischen Geschichte können die Angst amerikanischer Athleten vor Anschlägen während der Sommerspiele in Athen nicht verdrängen. Im Gegenteil: Sportler wie Basketball-Star Ray Allen haben dieser Tage angekündigt, nicht um jeden Preis im August nach Griechenland zu reisen. "Wir müssen 100-prozentig geschützt werden", forderte Allen. Dessen Teamkamerad Tracy McGrady ist ebenso bereit, auf die Spiele zu verzichten: "Wenn keine perfekten Vorkehrungen getroffen werden, bleibe ich zu Hause", stellte der Profi von den Orlando Magic klar.

Es werde alles Menschenmögliche getan, um die Sicherheit zu gewährleisten. Mit dieser Aussage versucht die Führung des Nationalen Olympischen Komitees (USOC) gebetsmühlenartig den besorgten Athleten ihre Bedenken zu nehmen. "Derzeit haben wir keine Informationen über spezielle Drohungen gegen unsere Mannschaft oder die Spiele selbst", sagte USOC-Exekutivchef Jim Scherr. Eine Sicherheitsgarantie gebe es nirgendwo auf der Welt. Doch ist der einstige Weltklasse-Ringer voller Zuversicht, dass ausreichende Maßnahmen zum Schutz der etwa 560 Sportler umfassenden US-Mannschaft getroffen werden. Dabei geht es, in Ergänzung zu den griechischen Vorkehrungen, um Selbstschutz.

Das Stars and Stripes-Team, das mit rund 100 Medaillen wieder Platz eins in der Nationenwertung belegen will, wird von mehr als 200 Geheimagenten aus dem eigenen Außenministeriums rund um die Uhr bewacht - egal wo sich die Athleten aufhalten. Geht es nach den Bedingungen Griechenlands, dürfen die Agenten allerdings keine Waffen tragen. Außerhalb des Olympischen Dorfes, das mit drei Meter hohen Doppelmauern umgeben ist, wollen sich die Sportler nicht durch Äußerlichkeiten als Amerikaner zu erkennen geben. Viele der möglichen Olympioniken äußerten, ihre Beherbergungsstätte nur zum Training oder Wettkampf zu verlassen. Um ihnen die Angst vor Anschlägen zu nehmen, sollen laut Scherr so viele Psychotherapeuten zum Team gehören wie noch nie bei Olympischen Spielen.

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