Nebeneinander statt miteinander
Ausländer immer noch nicht integriert

Die Integration ausländischer Mitbürger ist längst nicht so weit gediehen, wie es politische Forderungen seit Jahren angemahnt haben. Im Gegenteil: In einigen Städten wachsen sich Spannungen zu Dauerproblemen aus.

ms DÜSSELDORF. Fast jeder zehnte Einwohner Deutschlands hat keinen deutschen Pass. Knapp ein Drittel der gut 7 Millionen Ausländer in Deutschland sind Türken, dann folgen mit deutlichem Abstand die Ex-Jugoslawen, die Italiener und die Griechen. Es sind die Gastarbeiter der 60er und frühen 70er Jahre und ihre Nachkommen, die den übergroßen Teil der ausländischen Wohnbevölkerung in Deutschland stellen. Sie leben in Deutschland, teilweise seit mehr als vierzig Jahren - aber Deutsche sind nur die wenigsten geworden.

In Stadtvierteln wie Berlin-Kreuzberg oder Duisburg-Marxloh lässt sich studieren, wie gescheiterte Integration aussieht: Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Kriminalität ebenso. Die dritte, längst in Deutschland geborene Generation, spricht oft schlechter Deutsch als ihre Eltern. In manchen Grundschulklassen sprechen 60 Prozent der Schüler und mehr nicht Deutsch als Muttersprache. Die Ausländer haben und suchen keinen Kontakt zu ihren deutschen Nachbarn, und umgekehrt genauso wenig.

Ein Kernanliegen der rot-grünen Koalition war es, zumindest die politische Integration der Ausländer zu verbessern: Nach der Reform des antiquierten Staatsbürgerschaftsrechts schoss die Zahl der Einbürgerungen spürbar in die Höhe - von 59 664 in 1998 auf 103 900 in 1999. Im Jahr darauf ging die Zahl allerdings wieder etwas zurück.

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