Negative Unternehmensmeldungen
Zweifel an Konjunkturerholung belasten Wall Street

Enttäuschende US-Konjunkturdaten haben an der Wall Street am Freitag erneut Zweifel an der Stärke der erwarteten Erholung der US-Wirtschaft geweckt und die Kurse gedrückt.

Reuters NEW YORK. Zusätzlich hätten trübe Prognosen von Unternehmen wie Walt Disney Co und National Semiconductor Corp die Stimmung belastet, sagten Händler.

Der Dow-Jones-Index verlor zum Handelsschluss 2,27 Prozent auf 8313,13 Punkte, der technologielastige Nasdaq-Index gab 2,51 Prozent ab auf 1247,88 Zähler ab. Der breiter gefasste S&P-500-Index sank 2,31 Prozent auf 864,24 Punkte.

"Es ist die Angst vor einer erneuten Rezession", sagte Arnie Owen, Geschäftsführer Kapitalmärktet bei Roth Capital Partners. Jay Mueller, Portfolio-Manager bei Strong Capital Management, fügte hinzu: "Wir haben einige Anzeichen dafür gesehen, dass sich die Dinge nicht so gut entwickeln, wie wir gehofft hatten. Es sieht jetzt mehr nach einer langsameren Erholung aus - das hängt zum Teil auch an der furchtbaren Entwicklung am Aktienmarkt. Es liegt an der Psychologie."

Das US-Arbeitsministerium hatte zuvor mitgeteilt, die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft sei im Juli saisonbereinigt zum Vormonat um 6000 gewachsen. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Plus von 69.000 gerechnet. Zudem sank der Auftragseingang der US-Industrie nach Angaben des US-Handelsministeriums im Juni vor allem wegen schwacher Nachfrage nach Computern und Maschinen so stark wie seit sieben Monaten nicht mehr. "Die Leute sorgen sich um die weiterhin hohe Arbeitslosenrate und die Tatsache, dass durch die Konjunkturerholung ... keine Jobs geschaffen werden", sagte Charles White, President der Investmentfirma Avatar Associates.

Matthew Ruane, Director of Listed Trading bei Gerard Klauer Mattison & Co., erklärte die Kursverluste auch mit den anhaltend schwachen Unternehmensprognosen: "Es hat definitiv mit den Bilanzen zu tun", sagte er. Die Aktien der Halbleiterunternehmen gerieten deutlich unter Druck. Der Branchenverband Semiconductor Industry Association hatte mitgeteilt, der weltweite Umsatz der Branche habe im Juni gegenüber dem Vormonat stagniert. Zudem hatte die US-Investmentbank Morgan Stanley ihre Umsatzprognose für die Branche für 2003 auf ein Wachstum zwischen 15 bis 20 Prozent gesenkt, verglichen mit zuvor 20 bis 25 Prozent. Die Bank hatte dies mit den Risiken für eine schwächere globale Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte 2002 begründet.

Der Halbleiterindex der Philadelphia Stock Exchange gab um rund 3,4 Prozent nach. Die Aktien von Texas Instruments verloren rund 5,4 Prozent auf 19,97 Dollar. Die Titel des Chipherstellers Intel büßten rund 4,8 Prozent auf 16,71 Dollar ein. Die Aktien der National Semiconductor verloren rund 1,5 Prozent auf 16,88 Dollar. Das Unternehmen hatte seine Umsatzprognose für das laufende erste Geschäftsquartal 2002/03 gesenkt.

Die Kursverluste der Aktien des Unterhaltungskonzerns Walt Disney, die rund neun Prozent auf 15,31 Dollar abgaben, hätten die Standardwerte belastet, sagten Händler. Das Unternehmen hatte am Donnerstag nach US-Börsenschluss einen deutlich niedrigeren Gewinn im abgelaufenen Quartal mitgeteilt und für das laufende Vierteljahr einen niedrigeren Gewinn in Aussicht gestellt.

Die Aktien des weltgrößten Medienkonzerns AOL Time Warner büßten rund 9,5 Prozent auf 10,25 Dollar ein. Die US-Börsenaufsicht SEC hat nach einem Bericht der Zeitung "Washington Post" ihre Untersuchung des Unternehmens auf die früheren Geschäftsbeziehungen von AOL mit der Softwarefirma PurchasePro Inc. ausgeweitet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,54 Milliarden Aktien den Besitzer. 886 Werte legten zu, 2368 gaben nach und 156 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,4 Milliarden Aktien 1018 im Plus, 2294 im Minus und 14 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 25/32 auf 104-16/32. Sie rentierten mit 4,293 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 1-4/32 auf 102-11/32 und hatten eine Rendite von 5,216 Prozent.

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