Negative US-Börsenvorgaben
Dax gerät bei schwachen Umsätzen in die Verlustzone

Branchenübergreifende Verkäufe lassen den Deutschen Aktien Index sinken. Auslöser für den Abgabedruck waren Händlern zufolge schwache Börsenvorgaben aus den USA.

Reuters FRANKFURT. Branchenübergreifende Verkäufe sowohl bei Technologieaktien als auch bei weniger schwankungsanfälligen Werten haben am Donnerstag den Deutschen Aktienindex (Dax) bei schwachen Umsätzen in die Verlustzone geführt. Auslöser für den Abgabedruck waren Händlern zufolge schwache Börsenvorgaben aus den USA, Gewinnwarnungen einiger US-Technologieunternehmen sowie die zerschlagene Hoffnung auf eine Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) vor dem nächsten regulären Treffen des geldpolitischen Ausschusses am 20. März.

Für den Nachmittag werden in USA die Veröffentlichung von Arbeitsmarktdaten und der NAPM-Einkaufmanagerindex erwartet.

Geteilte Meinungen gibt es allerdings über das Vorgehen der Fed an diesem Termin. Während einige Börsianer eine Zinssenkung erwarten und sich selbst dabei uneinig sind, ob dieser 25 oder 50 Basispunkte betragen wird, erwarten andere keine Senkung der Leitzinsen. "Die Stimmung am deutschen Markt verschlechtert sich zusehends", sagte ein Händler. Das Börsenbarometer büßte bis zum Mittag 1,5 % auf 6118 Zähler ein. Der Händler sprach von wahllosen Verkäufen, die einem Ausverkauf nahe kämen.

"Heute geht auf breiter Front alles runter"

"Heute geht auf breiter Front alles runter", sagte er. "Bei den Verkäufen wird auch nicht zwischen Unternehmen der Old Economy und der New Economy unterschieden." Epcos gehörten zu den größten Verlierern, wobei auch die Titel von Thyssenkrupp zeitweilig den höchsten Kursverlust verbuchten. Am Neuen Markt fielen die Kurse im Durchschnitt um vier Prozent. "Die Situation wird sich in den nächsten ein bis zwei Tagen nicht großartig ändern", sagte ein Börsianer. "Ich denke aber, dass wir uns in der Nähe des Bodens befinden und für eher mittelfristig orientierte Anleger gibt es gute Möglichkeiten, einzusteigen. Allerdings sollte man sich die Werte genau anschauen und nicht blindlings kaufen."

In den USA hatten am Mittwoch nach Börsenschluss erneut mehrere Technologiefirmen Gewinnwarnungen ausgegeben, darunter der PC-Hersteller Gateway und das Datenkommunikations- Unternehmen 3Com. Die US-Aktienmärkte hatten den Handel zuvor mit Verlusten beendet, nachdem Fed-Präsident Alan Greenspan die Hoffnungen der Anleger auf eine baldige Senkung der Leitzinsen in seiner Rede gedämpft hatte, was die Aktienkurse belastet habe, sagten Händler. Für den US-Handelsauftakt am Donnerstag signalisierten die US-Futures erneut fallende Kurse.

Schwache Nasdaq-Vorgabe belastet Marktteilnehmer

Die schwache Nasdaq-Vorgabe belastete Marktteilnehmern zufolge insbesondere die Technologiewerte. Die Aktien von Epcos verbuchten einen Abschlag von 7,2 % auf 64,90 Euro, was Händler mit einer Reaktion auf die US-Gewinnwarnungen erklärten. SAP fielen um mehr als 6 %, Infineon 5 % und Siemens 3,7 %.

Die Papiere des Stahlkonzerns Thyssen-Krupp gerieten ebenfalls unter Druck, was Händler neben einer allgemein schlechten Stimmung auf einen Bericht im "Handelsblatt" am Donnerstag zurückführten. Danach wollten Kleinaktionäre dem Aufsichtsratschef Heinz Kriwet auf der morgigen Hauptversammlung die Entlastung verweigern. Auch andere defensive Werte wurden von der schlechten Stimmung erfaßt. Preussag fielen um 2,7 %, Lufthansa verbilligten sich um 3,5 %.

Der MDax notierte 0,9 % im Minus bei 4 801 Punkten.

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