Negative US-Vorgaben belasten
Neuer Markt zur Eröffnung knapp behauptet

dpa-afx FRANKFURT. Die Aktien am Neuen Markt sind am Freitag mit knapp behaupteter Tendenz in die Börsensitzung gestartet. Angesichts der ausgesprochen schwachen Vorgaben der Wachstumswerte in den USA halte sich die Börse derzeit sehr gut, erklärte ein Frankfurter Händler. Das Handelsgeschehen bleibe ruhig und Investoren harrten nun der weiteren Entwicklung in den USA.

Der Nemax 50 (Performance-Index) verbuchte bis 9.30 Uhr ein leichtes Minus von 0,10% oder 5,78 Punkten auf 5.678,01 Zähler. Der den gesamten Markt umfassende Nemax-All-Share (Performance-Index) sackte um 0,32% auf 5.077,20 Zähler ab. Der Composite-Index der US-Technologie Börse Nasdaq verlor am Donnerstag 2,43% auf 3.759,99 Zähler.

Steag Hamatech stach im frühen Handel nach der Vorlage schlechter Zahlen aus dem Marktsegment hervor, erklärte ein Frankfurter Händler. Die Aktien verloren bis 9.30 Uhr knapp 10% auf 26,15 Euro. Bereits am Vortag hatte der Hersteller von Maschinen zur Produktion von wiederbeschreibbaren CD's und DVD's in Erwartung der Ergebnisse an Terrain verloren. Nun erklärte die Firma, dass die temporäre Marktschwäche im Kerngeschäft CD-R noch nicht vorüber sei. Diese habe auch die Quartalsergebnisse unter die Vergleichswerte des Vorjahres gedrückt.

Die am Morgen veröffentlichten Zahlen der Technotrans wurden sehr positiv aufgenommen: Die Aktien gewannen bis 10.00 Uhr 12,1% auf 126,50 Euro und konnten damit als einer der Favoriten der negativen Stimmung trotzen. Der Anlagenbauer für Druckmaschinen und CDs steigerte den Umsatz im Jahresvergleich um 30,6% auf 47 Mill.. Euro, während der Periodenüberschuss um 14,7% auf 1,9 Mill.. Euro zurückging. Dabei sei das Ergebnis aber durch einen Sondereffekt belastet, ohne den ein Plus von 2,4 Mill.. Euro erwirtschaftet worden wurde. Technotrans gab zudem einen positiven Ausblick.

Drillisch profitierten ebenfalls von einer Steigerung des Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im ersten Halbjahr von 9,0 Mill.. DM im Vorjahr auf nunmehr 20,8 Mill.. Der Umsatz kletterte von 116,6 Mill.. DM auf 181,5 Mill.. Zudem kündigte der Drillisch-Konzern an, sich durch den Verkauf des Festnetzes auf den Mobilfunkmarkt konzentrieren.

Mosaic Software konnte unterdessen mit der Veröffentlichung seiner vorläufigen Halbjahreszahlen nur für wenig Begeisterung sorgen. Trotz weiterhin positiver Absatzerwartungen für seine Software-Produkte revidierte Mosaic angesichts der bisher schleppenden Entwicklung die geplanten Finanzergebnisse für 2000 nach unten. Vorläufige Zahlen ergaben für das zweite Quartal einen Umsatz von 3,394 Mill.. Euro und einen Fehlbetrag von 0,836 Mill.. Im Halbjahr wurden 6,824 Mill.. umgesetzt, der Fehlbetrag lag bei 1,692 Mill.. Nun glaubt Mosaic, "seine Jahresplanung 2000 voraussichtlich nicht zu erreichen".

Zu den Favoriten im Vormittagsgeschäft gehörten die Aktien des Produzenten von nadellosen Spritzen Rösch AG Medizintechnik , die bis 11 Uhr 7,4% auf 36,50 Euro zulegten. Die Berliner haben mit dem Institut für Chemo- und Biosensorik einen exklusiven Vertrag zur nadelfreien Blutzuckermessung abgeschlossen.

Ricardo.de stehen hingegen weiter unter Druck. Am Vortag wurden Gerüchte über Zweifel des britischen Online-Auktionshauses QXL an der geplanten Fusion mit Ricardo laut, die bisher nicht überzeugend ausgeräumt werden konnten. Ein Frankfurter Händler sieht die aufgeblasene Fantasie-Blase um Ricardo als geplatzt an und rechnet kurzfristig auch nicht mit einer signifikanten Gegenreaktion. Die Aktien verloren knapp 4% auf 31,30 Euro.

Lion Biosciences legten - trotz der am Vortag in New York unter Druck geratenen Biotech-Werte - einen positiven Börsenstart hin. Die am Freitag erstmals am Neuen Markt und später auch an der Nasdaq in New York gehandelten Aktien wurden zu 44 Euro ausgegeben. Die Erstnotiz in Frankfurt lag 47,7% höher bei 65 Euro, zuletzt wurden 64,95 Euro bezahlt. Lion Bioscience entwickelt Software zur Datenerfassung bei der Gen-Analyse.

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