Negative Vorgaben aus den USA belasten die deutschen Wachstumswerte: Nemax nähert sich der 1 000-Punkte-Marke

Negative Vorgaben aus den USA belasten die deutschen Wachstumswerte
Nemax nähert sich der 1 000-Punkte-Marke

Das Jahr ist zwar noch jung, aber das Kursbarometer des Neuen Marktes hat bereits wieder neue Tiefs markiert. Nach einem Abschlag von 1,4 Prozent schloss der Nemax am Mittwoch mit 1 089 Punkten auf einem der niedrigsten Niveaus seit Jahresbeginn. Der Nemax 50 verlor 2,1 Prozent auf 1 124 Punkte.

FRANKFURT/M. Knapp vier Wochen nach dem freundlichen Jahresauftakt ist bereits wieder graue Tristesse am Neuen Markt eingekehrt. Mangels eigener Impulse blickt der Markt auf die Entwicklung an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq - und verzagt. Dort verhagelte nach der Enron-Pleite die Angst vor weiteren Bilanzierungsskandalen und Firmenzusammenbrüchen die Stimmung. Auch die überraschend positiven Konjunkturdaten der weltgrößten Volkswirtschaft konnte die Anleger nicht besänftigen. Schließlich wurde die Hoffnung auf eine US-Erholung in der ersten Jahreshälfte seit Monaten schon eingepreist. Für den Neuen Markt sagen viele Analysten eine erhebliche Rückschlagsgefahr im ersten Quartal voraus. Nach den deutlichen Kursverlusten am zweiten Tag in Folge stellt sich nun die Frage, ob die Kursbarometer wieder in die Dreistelligkeit abrutschen oder sich oberhalb der 1 000-Punkte behaupten können.

Angesichts dieser Befürchtungen nahmen viele Anleger offenbar die seit Jahresbeginn aufgebauten kleinen Gewinne lieber gleich wieder mit. Die Papiere des Schwergewichtes T-Online verbilligten sich um knapp 2 % auf 12,45 Euro. Damit ist die Aktie jedoch immer noch deutlich höher bewertet als zu Jahresbeginn: Da wechselte sie zu einem Stückpreis von 11 Euro den Besitzer. Abschläge auch für United Internet (minus 6,3 % auf 5,40). Die Papiere ihrer Tochtergesellschaft Adlink notierten unverändert bei 2,27Euro. Sofern United Internet den Online-Werbevermarkter tatsächlich in Teilen an Doubleclick verkauft, können auch die Aktionäre mit 3,85 Euro für jeweils 37 % ihrer Adlink-Anteile rechnen.

Ein weiterer Verlierer im Internet-Index war die Aktie von Ifao. Der Anbieter von Buchungssoftware für die Tourismusbranche hat im abgelaufenen Geschäftsjahr seine Verluste bei schrumpfenden Umsätzen ausgeweitet. Angesichts der Probleme, mit der die Tourismusbranche seit dem 11. September zu kämpfen hat, ist das kaum verwunderlich. Sie dürften die in der gesamten Softwarebranche beklagte Investitionsmüdigkeit der Kunden noch für das Frankfurter Unternehmen noch verschärft haben. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) verdoppelte sich nach Unternehmensangaben im Vergleich zum Vorjahr nahezu auf knapp 12 Mill. Euro. Der Umsatz habe sich dagegen auf 3,4 Mill. Euro halbiert. Der Aktienkurs gab gestern um über 2 % auf 1,85 Euro nach.

Freuen konnten sich dagegen die Aktionäre des israelischen Anbieters für virtuelle Studiotechnologien Orad Hitec. Ohne erkennbaren Anlass kletterte der Aktienkurs um über 9 % auf 3,70 Euro. Damit hat das Papier zuletzt eine beachtliche Performance hingelegt: Zu Jahresbeginn kostete Orad noch weniger als 1,50 Euro.

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