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Negativer Handelsschluss

Der neue Mann im Oval Office hat den Märkten am Donnerstag keine Rückendeckung geben können. Zwar atmeten die Märkte kurz auf, nachdem George W. Bush nun ganz offiziell der neue Präsident der Vereinigten Staaten ist. Doch wie es bei politischen Entscheidungen so ist, sie sorgen an der Börse immer nur für ein kleines Feuer.

Wachstumsaussichten, Unternehmensprognosen und die kommende Notenbanksitzung waren am Donnerstag eher das Lieblingsthema der Börsianer. Vor allem Finanz- und Transportwerte belasteten die Märkte. Sowohl der Dow Jones als auch der Nasdaq Index schlossen im Minus.



Die Investmentbanken J.P. Morgan und Chase Manhattan setzten den Finanzsektor durch Gewinnwarnung unter Druck. Im vierten Quartal werden voraussichtlich beide Banken die Konsensschätzungen verfehlen. Die Ergebnisse werden möglicherweise sogar unter den Gewinnen des Vorquartals liegen und bleiben im Durchschnitt sogar zehn Cents hinter den Erwartungen hinter zurück. Als Begründung führten die Unternehmen den schwachen Aktienmarkt der vergangenen Monaten an. Trüb scheint auch die Zukunft. Es dürfte schwer werden, die guten Vorgaben aus dem Vorjahr zu wiederholen.



Am Mittwoch hatte bereits der Onlinebroker Charles Schwab seine Anleger gewarnt. Die Citigroup, Chase Manhattan, die im September dem Kauf von J.P. Morgan zugestimmt hatten, und J.P. Morgan verloren an Wert.



Auch das Logistikunternehmen UPS reduzierte die Prognosen für das vierte Quartal. Wie es bereits der Einzelhandelsektor feststellen musst, läuft das Weihnachtsgeschäft auch für die Logistikbranche nicht so gut wie ursprünglich erwartet. Der Konkurrent FedEx wird im laufenden Jahr voraussichtlich die Schätzungen ebenfalls verfehlen. Beide Aktien verbuchten Kursverluste von bis zu zehn Prozent.



Aber immerhin deuten die jüngsten Erzeugerpreise darauf hin, dass Inflation derzeit kein Thema in den USA ist. Die Zahlen sind vor Handelsbeginn veröffentlicht worden. Am Freitag folgen noch die Verbraucherpreise, ebenfalls ein wichtiges Indiz für eventuelle Inflationsrisiken. Wirklich gespannt sein dürfen die Anleger auf die letzte Sitzung der amerikanische Notenbank am kommenden Dienstag. Mit einer Zinssenkung vor Weihnachten rechnet zwar niemand, jedoch deuten die Zeichen für das erste Quartal auf eine Reduzierung der Leitzinsen im kommenden Jahr. Das dürfte auch der Wall Street den Rücken stärken.



Erfreuliche Nachrichten gab es von America Online und Time Warner. Die amerikanische Wettbewerbsbehörde hat die geplante Fusion der beiden Unternehmen einstimmig genehmigt. Jetzt fehlt nur noch das grüne Licht von der Kommunikationsbehörde, was als reine Formalie gilt. Spätestens Anfang nächsten Jahres dürfte der Deal dann endgültig besiegelt sein. Anleger begrüßten die Entwicklung. Beide Aktien konnten mit Kursgewinnen aus dem Handel gehen.



Ebenfalls auf der Siegerstraße stand der weltgrößte Chemiekonzern Du Pont. Das Unternehmen hat dem Druck von Investoren nachgegeben und die Ausgliederung der Pharmasparte beschlossen. Nun lässt Du Pont durch eine Investmentbank prüfen, ob ein Börsengang der Sparte sinnvoll ist.



Adobe

und Siebel kosteten den Nasdaq am Donnertag Punkte. Adobe notiert im Vorfeld der nachbörslich veröffentlichten Quartalszahlen schwächer. Morgan Stanley stufte die Aktie von "outperformer" auf "neutral" ab. Doch die nach Handelsschluss gemeldeten Zahlen lagen über den Erwartungen der Analysten. Salomon Smith Barney sagen Siebel Systems für die nächsten fünf Monate sinkendes Umsatzwachstum voraus. Den Anlegern gefällt das gar nicht. Siebel verlor sieben Prozent.



Von einem positiven Ausblick auf das laufende und kommende Geschäftsjahr profitierte Nortel. In den vergangenen Tagen war die Aktie unter Druck geraten, nachdem Spekulationen aufkamen, dass Nortel die Erwartungen eventuell nicht erfüllen kann.

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