Negatives Ergebnis beim Anlagenbau
Jenoptik weist Vorwurf geschönter Bilanz zurück

Der Thüringer Technologiekonzern Jenoptik hat den Vorwurf einer geschönten Halbjahresbilanz zurückgewiesen. Aus dem Geschäftsbericht für die ersten sechs Monate 2002 gehe hervor, dass das Unternehmen ohne den Verkauf von Anteilen der Beteiligungstochter DEWB AG mit 14,1 Mill. Euro beim Betriebsergebnis in die roten Zahlen gerutscht wäre. "Das ist so. Wir machen daraus kein Geheimnis", sagte Finanzvorstand Alexander von Witzleben am Freitag der dpa.

dpa JENA. Er bestätigte Angaben der "Stuttgarter Nachrichten", wonach ein negatives Betriebsergebnis im Bereich Anlagenbau/Reinraumtechnik und bei der DEWB durch Einnahmen von rund 33,6 Mill. Euro durch den Verkauf der Mehrheit der DEWB-Anteile kompensiert wurde.

Die Zeitung hatte unter Hinweis auf den Verkauf der DEWB-Anteile an einen neugegründeten Konzern-Pensionsfonds, der als Verein organisiert ist, getitelt "Lothar Späth rechnet Jenoptik-Bilanz schön". Nur ein gewagtes Finanzgeschäft habe das Unternehmen vor roten Zahlen bewahrt. Das wies der Finanzvorstand, der als Nachfolger des scheidenden Vorstandschefs Späth benannt ist, zurück.

Die Notwendigkeit zur Gründung eines Pensionsfonds habe sich in diesem Jahr unter anderem durch die Übernahme einer Tochter des EADS - Konzerns verstärkt, deren Mitarbeiter Pensionsansprüche haben. Jenoptik hatte die Übertragung der DEWB-Anteile im Juli öffentlich bekannt gegeben. DEWB hat für die erste Jahreshälfte einen Verlust vor Steuern und Zinsen von 6,2 Mill. Euro ausgewiesen.

Zum Preis für den Verkauf von 43,5 % der DEWB-Anteile an den Pensionstrust, der mit rund 25 Mill. Euro angegeben wurde, sagte ein Unternehmenssprecher "da wurde nichts schön gerechnet, da stehen Werte dahinter". Der Verkauf sei nicht erfolgt, "um Gewinne zu zeigen". Die "Stuttgarter Zeitung zitierte einen Analysten mit den Worten: "Jenoptik verkündet Gewinne, die reine Hoffnungswerte sind." Die DEWB hält Beteiligungen an etwa 35 Firmen, von denen einige börsennotiert sind. Bei drei Firmen wird in diesem Jahr auf einen Ausstieg und damit mit Gewinnen gerechnet.

Jenoptik mit mehr als 7 000 Beschäftigten hatte Ende August für das erste Halbjahr ein Betriebsergebnis von 19,5 Mill. Euro nach 59,0 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum ausgewiesen. Grund für den Rückgang sei vor allem ein negatives Ergebnis des größten Geschäftsbereiches Anlagenbau, der stark von Abrechnungsterminen im Projektgeschäft abhängig ist, sagte von Witzleben. Er bekräftigte die Prognose für 2002. Danach will der Konzern einen Umsatz etwa auf Vorjahresniveau von 2,0 Mrd. Euro erzielen. Der Jahresüberschuss soll leicht unter dem um Sondereffekte durch Firmenverkäufe bereinigten Wert von 69 Mill. Euro liegen.

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