Nehm: Anhaltspunkte für Anschläge in Deutschland
Bundesanwalt ermittelt gegen mutmaßlichen Terror-Hintermann

Die Bundesanwaltschaft hat Ermittlungen gegen den Jordanier Abu Mossab Al Zarqawi, einen mutmaßlichen Drahtzieher von Attentatsplänen in Deutschland, bestätigt.

HB/dpa KARLSRUHE. Der 36-Jährige stehe allerdings schon seit dem vergangenen Jahr im Verdacht, als "operativer Anführer" der Terrorgruppe El Tawhid im vorigen Jahr Anschläge in Deutschland geplant zu haben, sagte die Sprecherin Frauke-Katrin Scheuten am Donnerstag. Zu Einzelheiten wollte sie mit Rücksicht auf das laufende Ermittlungsverfahren keine Stellung nehmen.

Nach einem Bericht der "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstag) wird gegen den Mann wegen Verdachts der Rädelsführerschaft in einer terroristischen Vereinigung ermittelt. US-Geheimdienste verdächtigten ihn, das Bindeglied zwischen El Kaida und dem Irak zu sein.

Die Ermittler hatten bei einer Großrazzia gegen Mitglieder der Gruppe El Tawhid im April 2002 eine Waffe sowie Propagandavideos, falsche Papiere, PCs und Handys sichergestellt. Generalbundesanwalt Kay Nehm hatte damals von "Anhaltspunkten" dafür gesprochen, dass die Angehörigen der Zelle dazu übergehen wollten, Anschläge in Deutschland zu begehen.

Zarqawi wird nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" durch abgehörte Telefonate und durch einen Kronzeugen belastet. Dieser Zeuge habe ausgesagt, der Jordanier habe ihn im vergangenen Jahr aus einem Versteck im Iran angerufen. Mit Verweis auf die Kämpfe in den Palästinensergebieten habe Zarqawi "befohlen", in Deutschland einen Anschlag auszuführen. Ziel des Attentäters sollten "israelische Einrichtungen" wie Synagogen sein. Der Anschlag müsse sich gegen Juden richten - Deutschen solle nichts passieren. Die Bundesanwaltschaft ließ dies unkommentiert.

Der von den Ermittlern wegen Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung inhaftierte Zeuge behauptet, Zarqawi habe noch mit einem weiteren Mitglied der Gruppe über den geplanten Anschlag gesprochen, heißt es in dem Münchner Blatt weiter. Dieser im westfälischen Beckum lebende Mann sei zu ihm gereist, um ein Attentat vorzubereiten. Auch andere Mitglieder der Terrorgruppe sollen sich für Anschläge angeboten haben.

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